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DiTech: Frisches Geld oder Konkurs

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ARCHIVBILD: DITECH INSOLVENTAPA/HERBERT NEUBAUER
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Der IT-Händler kann nicht einmal die Filialschließungen finanzieren.

Wien. Die finanzielle Manövrierfähigkeit des insolventen Computerhändlers DiTech ist ohne Investor nächste Woche abgelaufen. Ohne Investor sei es nicht einmal mehr möglich, die geplante Schließung von zehn Filialen zu finanzieren, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Spätestens Anfang April, nächste Woche also, wenn wieder Rechnungen zu bezahlen sind, muss es zu einer Entscheidung kommen. Zwar hat DiTech rein rechtlich gesehen im Rahmen des Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung noch 90 Tage Zeit, bis die Gläubiger über den Sanierungsplan abstimmen.

Wenn den Gläubigern durch die Weiterführung des Unternehmens aber Schaden entsteht – wenn DiTech also nicht über die Mittel verfügt, um das Geschäft ohne weitere Verluste fortzuführen – bleibt dem IT-Händler nichts anderes übrig, als Konkurs anzumelden. Sonst macht sich DiTech der strafbaren Handlung der Konkursverschleppung schuldig. Im Sanierungsplan heißt es laut Gläubigerschützer Gerhard Weinhofer von der Creditreform auch ausdrücklich, dass dieser nur mithilfe eines Investors finanzierbar ist.

 

Telefone laufen wieder

Insolvenzverwalter Günther Hödl, der in die laufenden Verhandlungen mit einem österreichischen Konsortium eingebunden ist, sagt, es werde bei DiTech zurzeit „jede Stunde am Tag an einer Lösung gearbeitet“. Er habe dafür gesorgt, dass „wieder ein normaler Betrieb möglich ist“, etwa, dass die Telefone der Mitarbeiter wieder laufen.

Mit neuer Ware werden die Läden nicht mehr beliefert. „Derzeit wird keine Ware gekauft, es wird nur die Infrastruktur aufrechterhalten“, sagt Insolvenzverwalter Hödl. Um den Verkauf der lagernden Ware anzukurbeln, wurden in den Geschäften diese Woche erste Aktionen durchgeführt. Noch bis zum heutigen Samstag gibt es auf alle Smartphones, Tablets, PCs und Notebooks minus 15 Prozent.

In der Facebook-Gruppe „Wir brauchen DiTech – und nicht irgendwas“, die mittlerweile rund 7700 Mitglieder (bei den Schwedenbomben waren es seinerzeit 20.000) hat, macht sich langsam Resignation breit: „Wie soll man Di-Tech unterstützen, wenn nichts lagernd ist und nichts bestellt werden kann, weil niemand etwas liefert? Wollten gestern für unser Labor die komplette EDV ausrüsten und mussten zum Mitbewerber“, beschwerte sich ein Facebook-Freund am 26. März.

Bei DiTech versicherte man am Freitag, dass die Kunden wieder mit Waren beliefert würden. Auch die Einschränkung der Zahlungsmöglichkeiten sei aufgehoben worden. Gutscheine werden allerdings keine angenommen. Diese können im Rahmen der Insolvenz als Forderungen angemeldet werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2014)