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Jeder sechste Deutsche arbeitet zusätzlich zum Nulltarif

(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Die Gewerkschaft fordert klare Grenzen für flexible Arbeitszeiten. Im hohen Druck liege die Hauptursache für die Zunahme psychische Erkrankungen.

In Deutschland arbeiten viele Beschäftigte oft zusätzlich ohne Entgelt für ihren Arbeitgeber. Fast jeder sechste Arbeitnehmer (17 Prozent) gab in einer Umfrage an, oft oder sogar sehr häufig außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlt für den Betrieb zu arbeiten, geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Gute-Arbeit-Index des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor.

Verdi-Chef Frank Bsirske forderte, die Ausweitung der Arbeitszeiten zu stoppen. "Flexible Arbeitszeiten brauchen klare Grenzen, um Lohndumping und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern", erklärte Bsirske. DGB-Vorstand Annelie Buntenbach sieht in dem hohen Zeit- und Leistungsdruck die Hauptursache für den Zuwachs psychischer Erkrankungen.

In Österreich erbrachten nach einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo 2012 rund 5,6 Prozent der unselbstständig Beschäftigten unbezahlte Überstunden.

61 Prozent sagen: Belastung nimmt zu

Der DGB-Umfrage zufolge hat trotz der Erholung auf dem Arbeitsmarkt die Belastung in den deutschen Betrieben zugenommen. 61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland müssten mehr Arbeit in der gleichen Zeit leisten als im Vorjahr. 56 Prozent der Befragten gaben an, oft oder sogar sehr häufig gehetzt zu arbeiten. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) glaubte demnach, der Belastung bis zum gesetzlichen Rentenalter standhalten zu können.

Insgesamt liege Deutschland bei der durchschnittlichen Arbeitsqualität nur im unteren Mittelfeld, erklärte der DGB. Im DGB-Index Gute Arbeit, der auf einer repräsentativen Umfrage von 5800 Beschäftigten basiert, lag die Arbeitsqualität bei 61 von 100 möglichen Punkten. In dem Index werden vor allem die hohe Arbeitsintensität sowie die geringen Einkommen von den Befragten als negativ bewertet.

(APA/AFP)