Obst und Gemüse liefern beste Bakterien

Die Häufigkeit des Obst- und Gemüseverzehrs und die Vielfalt der verspeisten Pflanzen hängen klar mit der Menge an obst- und gemüse-assoziierten Bakterien im menschlichen Darm zusammen. 
Die Häufigkeit des Obst- und Gemüseverzehrs und die Vielfalt der verspeisten Pflanzen hängen klar mit der Menge an obst- und gemüse-assoziierten Bakterien im menschlichen Darm zusammen. APA / Comyan / Georg Hochmuth
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Essen in früher Kindheit prägt unser Darm-Mikrobiom.

Wir ahnten es immer schon, aber der Beweis stand aus: Obst und Gemüse sind echt gesund. Nicht nur wegen der Vitamine und Ballaststoffe, sondern auch, weil die Früchte und Pflanzen für eine reichhaltige Bakterienkultur in unserem Darm sorgen. Das Mikrobiom (Millionen Bakterien, Archaea und Pilze) hilft unserem Körper, damit das Immunsystem und andere Funktionen reibungsfrei laufen.

Ein Team um Wisnu Adi Wicaksono und Gabriele Berg vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz erkannte in langen Auswertungen, wie unser Mikrobiom zustande kommt und sich aufrechterhält (Gut Microbes). Bekannt war bisher, dass bei der Geburt ein wichtiger Teil des mütterlichen Mikrobioms auf das Baby übertragen wird und über die Muttermilch die Basis für die Bakterienbesiedelung im Darm gelegt wird. Die Grazer Forschenden belegten aber nun erstmals, dass auch die spätere Nahrungszufuhr das Darm-Mikrobiom prägt.

Darmflora wächst mit Obstverzehr

Sie erstellten dazu einen Katalog der Mikrobiome aus Früchten und Gemüse und verglichen dies mit Daten zur menschlichen Darmflora aus dem weltweiten Projekt „Teddy“ und dem „American Gut Project“. Das brachte über 2500 Stuhlproben und die jeweiligen Informationen zur Nahrungsaufnahme.

Gabriele Berg und Wisnu Adi Wicaksono vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz.
Gabriele Berg und Wisnu Adi Wicaksono vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz.TU Graz/Wicaksono

Die Häufigkeit des Obst- und Gemüseverzehrs und die Vielfalt der verspeisten Pflanzen hängen klar mit der Menge an obst- und gemüseassoziierten Bakterien im menschlichen Darm zusammen. Besonders die frühe Kindheit ist entscheidend dafür, welche pflanzenassoziierten Mikroben den Darm besiedeln. Weitere Details sucht das Team im aktuellen EU-Projekt „Hedimed“: Menschen auf drei Kontinenten sollen für einen Zeitraum das Gleiche essen, danach werden ihre Ausscheidungen analysiert.


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