Tanztheater

„Wien Modern“: Arpeggien an der Sprossenwand

In Miet Warlops Stück „One Song“ performt und turnt eine Popgruppe bis zum Umfallen: Respekt!


Ausfallschritte, Hüftkreisen, Armrudern: Ohne Aufwärmen ist Sport auf jeden Fall Mord. Trotzdem liegen am Ende des kurzen Abends alle leblos herum – bis auf die Kommentatorin. Die hat anfangs, vom Jubel der später tanzenden, headbangenden fünf Schlachtenbummler auf den Rängen begleitet, die Athleten mit Megaphon-Kauderwelsch vorgestellt, Lachkrampf inklusive. Dann nehmen alle ihre Plätze ein – und nach einem musikalischen Prolog geht die Sache, von einem Metronom angestachelt, endlich los.

Auf seine knappste Beschreibung gebracht, mag das Setting von „One Song“ schlicht wirken: Eine Popgruppe führt einen Song so lange immer wieder von vorne aus, bis alle vor Erschöpfung nicht mehr können. Doch entpuppt sich das 2022 uraufgeführte Tanztheaterstück der belgischen Künstlerin Miet Warlop freilich rasch als dramaturgisch sehr wohl penibel durchgeknetete Performance, die das Sportive und das Künstlerische auf überaus direkte Weise miteinander verbindet.


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