Mafia

Inhaftierter Camorra-Boss „Sandokan“ will mit Justiz zusammenarbeiten

Archivbild vom 11. Juli 1998, als der Camorra-Boss Francesco Schiavone verhaftet wurde.
Archivbild vom 11. Juli 1998, als der Camorra-Boss Francesco Schiavone verhaftet wurde.Reuters Photographer
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Nach 26 Jahren in Haft hat sich der Anführer des neapolitanischen Casalesi-Clans offenbar durchgerungen, sich der italienischen Justiz als Kronzeuge anzubieten.

Der inhaftierte Camorra-Boss Francesco Schiavone hat sich erstmals zur Zusammenarbeit mit der Justiz als Kronzeuge entschlossen. Dies berichtete die Tageszeitung „Cronache di Caserta“ am Freitag. Der Anführer des blutrünstigen neapolitanischen Casalesi-Clans, der nach dem malaysischen Helden Sandokan benannt ist, hat sich Berichten zufolge entschlossen, mit der neapolitanischen Staatsanwaltschaft zu kooperieren, nachdem er 26 Jahre im Gefängnis verbracht hat.

Schiavone ist die meisten Jahre unter schwierigen Bedingungen in Haft gesessen. In den vergangenen Tagen hat die Polizei Berichten zufolge die Verwandten von Schiavone, einschließlich seines Sohnes, unter Schutz gestellt, wie es für Angehörige von Mafia-Kronzeugen der Fall ist. 2021 hatte sich bereits Schiavones inhaftierter Sohn Walter zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden entschlossen und als Kronzeuge Schutz erhalten.

Camorra: Weltweit tätige Mafia

Zwei andere Söhne von „Sandokan“ befinden sich bereits wegen verschiedenen Delikten hinter Gittern. Einem Sohn Schiavones, Nicola, wird unter anderem dreifacher Mord vorgeworfen.

Die Camorra ist in den süditalienischen Provinzen Neapel und Caserta beheimatet, operiert aber längst weltweit. Sie ist unter anderem im Drogenhandel, Glücksspiel und der illegalen Müllentsorgung tätig. Bekannt wurden die Machenschaften der Camorra durch das Buch „Gomorrha“ des neapolitanischen Journalisten Roberto Saviano. Seit der Veröffentlichung 2006 erhält Saviano Todesdrohungen und lebt heute nach wie vor unter Polizeischutz. (APA)

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