Bundesliga

Fußball: Salzburgs Titelmission gerät mit 1:3 beim Lask ins Wanken

Tor zum zwischenzeitlichen 3 : 0 durch Marin Ljubicic (Lask).
Tor zum zwischenzeitlichen 3 : 0 durch Marin Ljubicic (Lask).APA / APA / Expa/uwe Winter
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Fünf Tage nach dem Heim-1:1 gegen Rapid liefern die Salzburger die nächste spielerische Enttäuschung ab und könnten am Sonntag die Tabellenführung der Meistergruppe verlieren.

Salzburgs Titelmission gerät ins Wanken. Am Freitag lieferten die Bullen beim Lask eine der schwächsten Leistungen der vergangenen Jahre ab, verloren mit 1:3 (0:2) und laufen Gefahr, am Sonntag - sechs Runden vor Schluss - von Sturm Graz an der Spitze der Meistergruppe der Fußball-Bundesliga eingeholt zu werden. Fünf Tage nach dem Heim-1:1 gegen Rapid lieferten die Salzburger die nächste spielerische Enttäuschung ab, das einzige Tor durch Dorgeles Nene (84.) kam viel zu spät.

Der Lask hingegen zeigte im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Thomas Sageder gerade in Sachen Effizienz ein ganz anderes Gesicht. Marin Ljubicic sorgte mit seinem Triplepack (18./Elfmeter, 26., 73.) im vierten Match der Meistergruppe für den zweiten Sieg des LASK, an dessen Seitenlinie diesmal Thomas Darazs und Maximilian Ritscher standen. Die Linzer, denen aufgrund eines Patzers bei der Trainerwahl Stunden zuvor die Lizenz für kommende Saison in erster Instanz verweigert worden war, kletterten wieder auf Rang drei, könnten dort am Sonntag aber wieder von Rapid abgelöst werden.

Eigentlicher Cheftrainer als „Co“

Beim Lask fehlte nicht nur der im Frühjahr oft schmerzlich vermisste Kapitän Robert Zulj, auch Mittelfeld-Mann Sascha Horvath musste wegen einer beim 0:1 gegen Sturm erlittenen Knöchelverletzung w.o. geben. Die spannendste Personalie fand sich aber auf der Bank wieder. Darazs gab den Cheftrainer, weil der eigentlich als Sageder-Nachfolger präsentierte Ritscher nicht über die erforderliche Pro-Lizenz verfügt und folglich nur als „Co“ fungieren kann.

Das neue Führungsduo sah ein wie die Feuerwehr startendes Salzburg und nach wenigen Sekunden eine Topchance für Sekou Koita, der nach dem Ausfall von Fernando gemeinsam mit Karim Konate Salzburgs Sturm bildete. Koita schoss aber alleine vor Goalie Tobias Lawal daneben. Der LASK kam nach einigen Minuten besser in die Partie und wurde schließlich mit einem Elfmeter belohnt. Daouda Guindo hatte Filip Stojkovic im Strafraum gefoult, nach VAR-Studium zeigte Schiedsrichter Alexander Harkam auf den Punkt. Ljubicic ließ Tormann Schlager keine Chance, Salzburg reagierte sichtlich geschockt.

Unmut der Fangruppen

Zu diesem Zeitpunkt stieg auch wieder die Stimmung in der Arena. Die hatte zu Beginn hörbar unter dem Boykott durch die „Landstrassler“ gelitten. Die Fangruppierung brachte ihren Unmut über die ihrer Ansicht nach willkürlichen Stadionverbote im Gefolge der Fanaktion in Graz zum Ausdruck. Beim Fanprotest gegen die Auswärtsdressen waren u.a. Gegenstände aufs Feld geflogen, was eine Spielunterbrechung nach sich gezogen und den Unmut der Vereinsführung erregt hatte.

Die Stimmung auf der Gugl sollte bald nach der Führung aber noch weiter steigen. Ljubicic schloss einen schnellen Konter über George Bello und Florian Flecker aus wenigen Metern zum 2:0 ab und erhöhte die Verunsicherung beim Meister weiter. Der wirkte offensiv verzweifelt und defensiv oft nicht sattelfest. Ein engagiertes Solo von Karim Konate, bei dem Lawal zur Stelle war, blieb das Gefährlichste, was die Gäste bis zur Pause noch produzierten (40.).

Wut nach Seitenwechsel

Salzburgs Wut war nach Seitenwechsel deutlich zu spüren. Topchancen blieben aber aus, bei der besten Gelegenheit schoss Luka Sucic aus Kurzdistanz Teamkollege Konate ab (54.). Einmal mehr erlaubte man sich aber wieder heikle Ballverluste, auf die sich der Lask nun fast ausschließlich konzentrierte. Kapital konnten die Hausherren trotz einiger gefährlicher Aktionen daraus vorerst aber nicht schlagen.

Es war auch nicht nötig. Nach einer Stunde brachte Struber mit Petar Ratkov, Forson und Amar Dedic zwar frische Kräfte, Salzburgs Fantasielosigkeit setzte sich aber fort. So wie auch die defensive Anfälligkeit. Noch vor Beginn der Schlussviertelstunde jagte Bello Dedic den Ball wenige Meter vor dem Strafraum ab und bediente Ljubicic, der bombensicher zur Vorentscheidung einschoss.

Salzburg zeigte immerhin Moral, kam durch Joker Nene noch zu einem späten Treffer. Es war zu spät. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als die Kräfte der Linzer sichtlich schwanden, vereitelte dann Lawal mit einer Glanzparade gegen Nene den Anschlusstreffer (88.), Minuten später verpasste Sucic aus Kurzdistanz das Tor (94.). (APA)

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