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Raiffeisen nimmt Russland ins Visier

Die Presse (Bruckberger)
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Der Einstieg von Oleg Deripaska bei der Strabag fungiert als Türöffner.

WIEN (ku).Der Einstieg des russischen Oligarchen Oleg Deripaska beim österreichischen Baukonzern Strabag soll auch anderen Firmen im Raiffeisen-Imperium die Tür nach Russland öffnen. „Der Einstieg von Deripaska war eine hervorragende Entscheidung“, so Hameseder. Die Früchte werde man in den nächsten Jahren ernten.

„Deripaska ermöglicht uns weitere Partnerschaften in Russland.“ Hameseder berichtete, dass er gemeinsam mit den Geschäftsführern der wichtigsten Tochter-Unternehmen wie LLI, Agrana oder Do & Co. an einem Konzept arbeite. Bis Ende des 1. Halbjahrs 2008 erhebe er Expansions- und Kooperationsansätze für die einzelnen Kernfirmen. Was sich bereits abzeichnet:
•Der Mühlenkonzern LLI will in Russland – und zwar in den Ballungszentren – im Geschäft mit Kaffeeautomaten groß expandieren. In Moskau habe man bereits Fuß gefasst, so Hameseder.
•Auch die Agrana, die bereits südlich von Moskau eine Fruchtzubereitungs-Fabrik betreibt, könnte ihre Tätigkeit ausweiten.
•Die Epamedia, an der Raiffeisen 50 Prozent hält, könnte in der Außenwerbung in Russland tätig werden. „Das beginnt dort erst“, so Hameseder.
•Bei Do&Co gebe es mittlerweile ganz konkrete Gespräche – über einen Einstieg in das Catering für russische Fluglinien.
•Ausschließen will Hameseder auch nicht, dass man eine Molkerei im Raum Krasnodar/Sotschi bauen könne. „Das fehlt dort alles“, so Hameseder.


LLI und NÖM an die Börse

Die Projekte werde man freilich zuerst an den strategischen Partner „Basic Elements“, den Mischkonzern von Deripaska, herantragen. Hameseder zeigte sich überzeugt, dass dieser Interesse an den Projekten habe.

Nach dem erfolgreichen Börsegang der Strabag sollen nun die nächsten Raiffeisen-Töchter an die Börse kommen. Bei der LLI könnte es 2009 oder 2010 so weit sein: Die Expansion der Mehl-Sparte („Farina“, „Finis Feinstes“) abgeschlossen, LLI ist nun der größte Müller Europas. Nun solle noch das zweite Standbein, das Geschäft mit Kaffee-Automaten („Vendare“), mit der Mehl-Sparte gleichziehen. G geplant sind Akquisitionen im Wert von 200 Mio. Euro.

Die NÖM könnte 2010 bereit für einen Börsegang sein, so Hameseder – nachdem der Bau der beiden Auslandsmolkereien in der Ukraine und in England abgeschlossen ist (siehe unten stehenden Artikel). Die Raiffeisen-Holding hält derzeit 85 Prozent. Hameseder kann sich vorstellen, diesen Anteil auf 51 Prozent zurückzunehmen.

Die Raiffeisen-Holding umfasst derzeit 660 Unternehmen mit 134.000 Mitarbeitern „Derzeit gibt es kein einziges Sorgenkind, alle Töchter sind sehr gut unterwegs“, so Hameseder, der seit Sommer in Personalunion auch die Raiffeisen Landesbank NÖ Wien leitet. Das Ergebnis werde um 20 Prozent auf rund 600 Mio. Euro steigen. Im Vorjahr setzte der Konzern 17 Mrd. Euro um.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2007)