Schnellauswahl

Menschenrechtler kritisieren Mugabe

Nach Beginn der umstrittenen teilweisen Neuauszählung der Wahlen in Simbabwe haben Menschenrechtler die Regierung wegen Unterdrückung der Opposition scharf kritisiert. Human Rights Watch sprach von Folterlagern der Regierungspartei ZANU-PF im ganzen Land. Nach Angaben der Opposition starben seit dem Urnengang am 29. März mindestens zehn Menschen gewaltsam, insgesamt 400 seien festgenommen worden.

Die Wahlkommission kündigte unterdessen an, die am Samstag begonnene Überprüfung von Ergebnissen der Präsidentschafts-, Parlaments-, und Senatswahlen werde voraussichtlich länger dauern als geplant. Aufgrund von Verzögerungen könne sich die Neuauszählung über die ursprünglich veranschlagten drei Tage hinaus hinziehen, sagte eine Leiterin der Wahlkommission. Zu den Verzögerungen sei es gekommen, weil Beratungen vor der Auszählung länger gedauert hätten und Wahlhelfer zu spät eingetroffen seien. "Es ist keine einfache Aufgabe und wir wollen sicher sein, dass dieses Mal kein Fehler begangen wird", so die Wahlkommission. Bisher seien die Auszählungen gut verlaufen, keine Partei habe sich beklagt. Insgesamt sollen in 23 von 210 Wahlkreisen die Stimmen erneut gezählt werden.

Die oppositionelle Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) äußerte entgegen dieser Beteuerung scharfe Kritik an der Neuauszählung. "Wir sind überzeugt, dass sich die Regierung über die Menschen lustig macht", sagte MDC-Sprecher Nelson Chamisa. Die Opposition fürchtet, dass die ZANU-PF durch Betrug bei der Neuauszählung die Kontrolle über das Parlament zurückgewinnen will. Laut der staatlichen Wahlkommission kam die MDC nach der ersten Auszählung bei der Parlamentswahl auf 109 Abgeordnete, die ZANU-PF auf 97. Die MDC war am Freitag mit ihrer Beschwerde gegen eine Neuauszählung vor Gericht gescheitert.

Um die Bürger vor einer möglichen Stichwahl um das Präsidentenamt einzuschüchtern, hat Mugabe nach Berichten von HRW "Folterlager" eingerichtet, in denen Oppositionelle und andere Zivilisten geschlagen und misshandelt würden, erklärte die Organisation in Johannesburg. Ihr lägen die Aussagen von mehr als 30 Zeugen vor, die schwere Verletzungen bis hin zu Brüchen erlitten hätten.

(APA)