Milchbauern sehen fairen Preis bei 1,29 Euro für Liter Milch

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Kleine Betriebe könnten durch das Ende der Milch-Quotenregelung aufgeben, sagt der Verband "Freie Milch Austria". Viele Grünflächen könnten dann verwildern.

Ein Liter Milch müsste im Handel 1,29 Euro kosten, damit sich für die österreichischen Milchbauern ein kostendeckender Milchpreis zwischen 40 Cent und 1 Euro pro Kilogramm Milch (ohne Steuern) ausgehen würde, sagte Ernst Halbmayr, Geschäftsführer der Freien Milch Austria am Freitag anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni. Die Konsumenten seien auch durchaus bereit diesen Preis zu bezahlen, es fehle jedoch an Unterstützung und verlässlichen Partnern für die IG Milch.

Mit dem Auslaufen der Milch-Quotenregelung Ende März 2015 würden die vielen kleinen heimischen Milchbetriebe in eine kritische Situation kommen. "Rund 10.000 Betriebe der insgesamt etwa 32.000 Milchbauern in Österreich sind weit unter dem durchschnittlichen Bestand von 16 Kühen pro Stall", sagte IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil. Es führe kein Weg an einer flexible Mengensteuerung nach Auslaufen der Quotenregelung vorbei.

IG: Viele Milchbauern werden aufgeben

Rund 16.000 Milchbetriebe hätten aktuell noch die Anbindehaltung und müssten bis spätestens 2020 in einen Laufstall investieren. Die IG Milch geht davon aus, dass viele davon nicht mehr umbauen und die Landwirtschaft aufgeben werden. "Das werden wir extrem in der Kulturlandschaft merken, viele Grünflächen werden verwildern. Unsere Politik ist völlig ratlos und hilflos", so Grünzweil. Neben der Erhaltung der Landschaft würden auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Die hohen Bauernmilchpreise in der vergangenen Jahren seien nie bei den Bauern angekommen: "Der massive Anstieg bei den Produktionskosten hat alles aufgefressen", so Grünzweil. Aktuell betreibe der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) ein bewusstes Preisdumping. "Sie wollen auch die Milchpreise schon vor dem Auslaufen der Milch-Quotenregelung runterbringen, damit keine Verbindung mit der Quote hergestellt werden kann."

Hoffnungen ruhen auf Rupprechter

Aufgrund des neuen Landwirtschaftsministers Andrä Rupprechter (ÖVP) hat die IG Milch neue Hoffnung. In einer Aussendung von Rupprechter hieß es: "Der Auslauf der Milchquote muss von den österreichischen Milchbäuerinnen und Milchbauern dazu genutzt werden, bestmögliche Zukunftschancen und eine bestmögliche Startposition zu erlangen." Der Landwirtschaftsminister habe die Europäische Kommission bereits aufgefordert, die Superabgabe für Überlieferung, die bis zum Auslaufen der Quote noch anfällt, stark zu reduzieren. Eine Entscheidung darüber werde bis Mitte Juni im Rat fallen.

 

(APA)