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Kirchen verwüstet: Mann wegen anderer Delikte vor Gericht

Archivbild: Eine zerstörte Statue im Stephansdom
Archivbild: Eine zerstörte Statue im StephansdomAPA/HANS PUNZ
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Für die Verwüstungen in mehreren Kirchen gilt der Ghanaer als nicht schuldfähig. Wegen länger zurückliegender Delikte stand er nun aber vor Gericht.

Der 37-jährige Mann, der Ende März in mehreren Wiener Kirchen randaliert und dabei Statuen zerstört hatte, ist am Donnerstag wegen zeitlich längerer zurückliegender Delikte vor Gericht gestanden. Während er laut Gutachten für die Kirchenbeschädigungen zurechnungsunfähig und damit nicht schuldfähig eingestuft wurde, musste sich der gebürtige Ghanaer nun sehr wohl für die anderen Delikte verantworten.

Der Mann hat in den Kirchen laut Erzdiözese einen Schaden von rund 150.000 Euro angerichtet. Laut Gerichtsgutachterin Gabriela Wörgötter war dem Mann jedoch infolge einer psychisch Erkrankung aus dem paranoid-schizophrenen Formenkreis zum Zeitpunkt der in den Gotteshäusern begangenen Sachbeschädigungen nicht in der Lage, das Unrecht seiner Handlungen einzusehen. Wörgötter stufte ihn deshalb als zurechnungsunfähig und damit nicht schuldfähig ein, somit wurde der Mann aus der U-Haft entlassen.

Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt

Für drei weitere Vorfälle in den Monaten davor musste der Mann jedoch jetzt vor den Kadi. Im Dezember 2013 soll er in Traiskirchen die Tür einer Trafik mit einem Aschenbecher beschädigt haben, im Jänner 2014 war er einem Tagesgast des Notquartiers für obdachlose Menschen "Gruft" mit dem Messer nachgelaufen, weil er meinte, er hätte sein Handy gestohlen. Und im Februar soll er sich nach einer Rauferei gegen seine Festnahme gewehrt und damit einen Widerstand gegen die Staatsgewalt begangen haben. Dabei habe er laut Anklage einem Polizisten einen Kopfstoß versetzt und sowie gegen Armaturenbrett und Gangschaltung getreten.

Vor Richterin Petra Poschalko konnte sich der Mann nur teilweise an die Vorfälle erinnern. Der Trafikant aus Traiskirchen beschrieb den 37-Jährigen als "verhaltensauffällig", deshalb habe er ihn des Geschäftslokals verwiesen. Daraufhin sei er mit Worten wie "Nazi" oder "Hitler" beschimpft worden. Auch bei der Festnahme im Februar soll der Angeklagte randaliert und den eintreffenden Polizisten mit "Fuck the Police" begrüßt haben. Weil zwei Zeugen am Donnerstag nicht vor Gericht erschienen sind, wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.

(APA)