EZB sieht hohe Risken im Euroraum

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Die weltweiten Krisenherde drohen, die Investitionstätigkeit zu beeinträchtigen. Für 2015 rechnet die Notenbank nach wie vor mit einer „mäßigen Erholung“ der Wirtschaft im Euroraum.

Frankfurt. Die Gefahren für die Konjunktur im Euroraum sind nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin immens. „Die Risken für den Wirtschaftsausblick im Euro-Währungsgebiet sind nach wie vor abwärtsgerichtet“, heißt es im EZB-Monatsbericht, der am gestrigen Donnerstag veröffentlicht wurde.

Nach Einschätzung der Notenbank drohen die weltweiten Krisenherde, das Vertrauen und vor allem die private Investitionstätigkeit zu beeinträchtigen. „Zudem stellt der unzureichende Fortschritt bei den Strukturreformen in Ländern des Eurogebiets ein wesentliches Abwärtsrisiko für den Wirtschaftsausblick dar“, schreiben die Währungshüter.

Für 2015 rechnet die Notenbank nach wie vor mit einer „mäßigen Erholung“ der Wirtschaft im Euroraum. Die Binnennachfrage dürfte nach EZB-Einschätzung durch das billige Zentralbankgeld begünstigt werden, der Export sollte von der erwarteten globalen Erholung profitieren.

Die EZB hofft, mit ihren neuen Sonderprogrammen die schwache Kreditvergabe gerade in Südeuropa ankurbeln zu können und so der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. In der zweiten Oktoberhälfte soll der Erwerb von Pfandbriefen (Covered Bonds) beginnen, im vierten Quartal folgt der Einstieg in den Kauf von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities/ABS). Dabei ist die EZB grundsätzlich bereit, auch Schrottpapiere etwa aus Griechenland und Zypern zu erwerben. Ziel der umstrittenen Programme ist, Banken Freiräume für neue Kredite zu verschaffen. „Durch die neuen Maßnahmen werden bestimmte Marktsegmente gestützt, die für die Finanzierung der Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielen“, erklären die Währungshüter. Doch der Plan, Schrottpapiere aus Griechenland und Zypern zu kaufen, ist umstritten. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2014)