Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

US-Diplomatin: "Mugabe hat den Verstand verloren"

Robert Mugabe
(c) AP (Tsvangirayi Mukwazhi)
  • Drucken

Die USA und Großbritannien fordern den Rücktritt von Simbabwes Staatschef Robert Mugabe. Die Schweiz verhängt Sanktionen gegen Mugabes Gefolgschaft. Die Zahl der Cholera-Kranken in Simbabwe steigt.

Der internationale Druck auf das Regime von Robert Mugabe in Simbabwe wächst. Großbritannien und die USA halten das Konzept einer Machtteilung unter Einschluss des autokratischen Präsidenten für gescheitert.

Der für Afrika zuständige britische Minister Mark Malloch-Brown forderte Mugabe offen zum Rücktritt auf. Er sei ein "Hindernis" auf dem Weg zu einer politischen Lösung, sagte er dem britischen Sender BBC. Eine Machtteilung mit Mugabe sei undenkbar.

Ähnlich äußerte sich die Afrika-Beauftragte der US-Regierung, Jendayi Frazer. Sie warf Mugabe Realitätsverlust vor: Er sei ein Mann, der den Verstand verloren habe, so Frazer am Sonntag in Südafrika. Die US-Gesandte erklärte, ihre Regierung würde die angestrebte Machtteilung zwischen Mugabes ZANU(PF)-Partei und der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) nicht länger unterstützen, wenn Mugabe Präsident bleibe. Zugleich kündigte sie an, dass die US-Regierung an Sanktionen gegen Mugabe und seine Getreuen festhalten werde.

Schweiz verhängt Sanktionen

Die Schweiz verhängte am Montag Sanktionen gegen elf Mitglieder des Machtzirkels um den seit fast 29 Jahren regierenden Mugabe. Sie sperrt von diesem Dienstag an Gelder und Vermögenswerte der elf betroffenen Simbabwer in der Alpenrepublik. Zudem dürfen sie nicht mehr ins Land einreisen.

Im deutschen Bundestag hielt die Vorsitzende des Menschenrechts-Ausschusses, Herta Däubler- Gmelin (SPD), der Mugabe-Regierung eine "verantwortungslose Haltung" vor. Sie nehme um des Machterhalts willen den Tod von Tausenden Menschen in Kauf. Der Bundestag forderte Maßnahmen gegen die verheerende Cholera-Epidemie, die nach UNO-Schätzungen bisher mindestens 1.100 Todesopfer gefordert hat. Die internationale Staatengemeinschaft müsse in die Lage versetzt werden, den notleidenden Menschen zu helfen.

UNICEF: Fast 24.000 Cholera-Kranke

Das Kinderhilfswerk UNICEF geht jetzt von fast 24.000 Cholera-Kranken in Simbabwe aus. Ein erstes UNICEF-Frachtflugzeug mit dringend benötigten Medikamenten für die Behandlung der Kranken traf unterdessen in Harare ein, wie das dortige Hilfswerk mitteilte.

Mugabe hatte am Wochenende alle internationalen Rücktrittsforderungen zurückgewiesen und Neuwahlen in Aussicht gestellt. Die tiefe wirtschaftliche Krise des Landes sei nicht das Ergebnis seiner Herrschaft, sondern dem schädlichen Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien zuzuschreiben.

(Ag./Red.)