Russische Marine versenkt chinesischen Frachter

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Acht Besatzungs-Mitglieder starben bei dem Angriff. Das chinesische Außenministerium fordert Aufklärung. Der Frachter hatte den russischen Hafen Nachodka ohne Genehmigung verlassen.

Der russische Grenzschutz hat sein Vorgehen bei der Verfolgung eines chinesischen Frachters, bei der acht Menschen ums Leben kamen, verteidigt. Der Hongkonger Eigentümer des Schiffes dagegen erhob schwere Vorwürfe und sprach am Donnerstag von einer "Mordtat". Bei der Verfolgungsjagd auf hoher See vor der Pazifikküste Russlands hatte die russische Marine auf einen chinesischen Frachter, der daraufhin gesunken ist, geschossen.

Acht der 16 Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen, berichtete die J-Rui Lucky Shipping Company am Donnerstag nach Angaben der Informationswebseite der chinesischen Regierung. Die russischen Patrouillenboote hätten "stundenlang" auf die "New Star" geschossen und den Schiffsrumpf ernsthaft beschädigt, so dass der Frachter wenig später gesunken sei. Die Besatzung der unter der Flagge Sierra Leones fahrenden "New Star" habe sich in zwei Rettungsboote gerettet. Die russischen Offiziere hätten zunächst keine Hilfe angeboten, sie an Bord zu holen.

Laut dem russischen Grenzschutz hätten die Besatzungen der Patrouillenboote den Kapitän des chinesischen Frachters während einer 15-stündigen Verfolgungsjagd mehrfach per Lautsprecher und Leuchtraketen zur Umkehr aufgefordert, zitierte der Fernsehsender "Russia Today". Schließlich eröffneten sie das Feuer. Das Kriegsschiff soll 500 Mal auf die "New Star" geschossen haben. Der russische Staatsanwalt Alexander Selentsow sprach dagegen von lediglich einem Warnschuss.

Vorwürfe, wonach der Grenzschutz die Besatzung nicht habe retten wollen, wiesen die russischen Behörden zurück. Nach russischen Angaben geriet der chinesische Frachter wegen eines Sturms in Seenot, was Crewmitglieder bestritten.

Das Hongkonger Unternehmen räumte ein, dass der Frachter ohne Erlaubnis den Hafen von Nachodka verlassen habe. Es habe einen Streit über die Qualität einer Lieferung Reis aus Thailand gegeben. Der russische Agent habe bei dem Verfahren für das Auslaufen des Schiffes nicht mehr kooperiert. Das Außenministerium in Peking sprach zunächst von einem "Unglück" und forderte die russischen Behörden zur Untersuchung auf. Außerdem sollen die russischen Behörden die Suche nach den sieben noch vermissten Seeleuten fortsetzen, verlangte China.