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Neuer Inflationsrechner: Wie hoch ist die persönliche Teuerung?

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Um persönliche Gewichtung einfließen zu lassen, launchte die Statistik Austria den "persönlichen Inflationsrechner". Reiche wenden weit weniger für Wohnen und Energie auf als ärmere Haushalte.

"Kann das stimmen, die Inflation soll nur bei 1,6 Prozent liegen?" Diese Frage dürften sich heimische Konsumenten oft stellen - vielleicht beim Jausenkauf, der auch im Supermarkt rasch fünf Euro übersteigt. Die Statistik Austria trägt diesem Gefühl nun jedenfalls Rechnung und launchte nun einen persönlichen Inflationsrechner (Link weiter unten), teilte Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Montag mit. Jedoch legte der Server gleich einen Fehlstart hin und war kurzzeitig wegen Überlastung zusammengebrochen.

Der Statistik-Austria-Chef erklärte im Klub der Wirtschaftspublizisten, dass es die Krux des Statistikers sei, dass er einen Durchschnittswert erhebe, der für den Einzelnen ziemlich daneben liegen kann. Nun bleibe zwar der Verbraucherpreisindex (VPI) weiterhin wichtig, etwa für Lohnverhandlungen, für den Einzelnen habe man aber den persönlichen Inflationsrechner erstellt. "Der VPI bleibt, es gibt die Notwendigkeit einer durchschnittlichen Referenz-Inflationsrate, die relevante Dinge für die gesamte Volkswirtschaft zeigt", so Pesendorfer. Aber die nunmehrige Möglichkeit der "individuellen Analyse" sei auch ein spannendes Instrument.

Gewichtung ist entscheidend

Es kommt oft zum Gefühl, dass die Inflation nicht ganz zur Teuerung bei den eigenen Ausgaben passt. Grund ist die Gewichtung von Ausgaben - wofür gebe ich wieviel aus. In der Statistik werden unterschiedliche Ausgabekategorien verwendet, die teils überhaupt nicht zu den Eigenen passen müssen, also bei einem persönlich ganz anders ausfallen können. Beispiel wäre hier etwa eine Teuerung bei Tabak - während ich Nichtraucher bin. Dabei schaffen dann auch Spezial-Analysen - etwa der Pensionistenpreisindex bzw. Mini- und Mikrowarenkörbe - nicht unbedingt "persönliche" Abhilfe.

Auch nach Einkommensklassen der Verbraucher fallen die Anteile der Ausgaben für "Wohnung, Wasser, Elektrizität, Gas" deutlich unterschiedlich aus. Im VPI werden die Kosten für Wohnen und Energie mit 18,35 Prozent der Gesamtausgaben berechnet. Aber im reichsten Zehntel der Bevölkerung (Durchschnittsausgaben von 6.432 Euro pro Monat) betragen die Kosten für "Wohnung, Wasser, Elektrizität, Gas" lediglich 10,86 Prozent - während die ärmsten Haushalte (741 Euro) für Wohnen und Energie 35,71 Prozent aller Ausgaben aufwenden. Damit fällt eine Miet-Teuerung bei Ärmeren weit stärker ins Gewicht.

Dank dem persönlichen Rechner kann man aber eben genau an dieser Ausgabengewichtung schrauben. Als Nichtraucher und Antialkoholiker kann man etwa auch Ausgaben für diese Produkte ganz ausnehmen. Durch die persönliche Gewichtung könne der Konsument laut Pesendorfer gewisse Ausgaben "überdenken".

>> Der "persönliche Inflationsrechner" der Statistik Austria

(APA)