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Ukraine: Anschlag auf niederländischen Minister vereitelt

Niederländischer Außenminister Bert Koenders
Niederländischer Außenminister Bert Koendersimago/ITAR-TASS

Außenminister Bert Koenders sollte am 8. November in der Ostukraine ermordet werden soll, behauptet der nationale Sicherheitsdienst.

Die ukrainischen Sicherheitsbehörden wollen einen Bombenanschlag auf den niederländischen Außenminister vereitelt haben und bezichtigen Russland der Urheberschaft. Der Minister Bert Koenders hätte am 8. November im Auftrag Moskaus bei einem Besuch in der Ostukraine ermordet werden sollen, teilte der nationale Sicherheitsdienst SBU am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Kiew mit.

Zwölf "sehr gefährliche" Verdächtige seien festgenommen worden, sagte SBU-Chef Valentin Naliwaitschenko. Bei ihnen wurden demnach Waffen, Munition und Sprengstoff sowie Minen russischer Bauart sichergestellt. Das Datum der Festnahme nannte Naliwaitschenko nicht. Allerdings stünden die Beschuldigten auch im Verdacht, mit einem Anschlag auf eine Bar in der ostukrainischen Stadt Charkiw zu tun zu haben. In dem Lokal war am 9. November ein Sprengsatz explodiert. Elf Menschen wurden verletzt.

Frau sollte Bombe in Fabrik verstecken

Koenders hatte sich Anfang November nach Charkiw begeben, wo zu diesem Zeitpunkt die sterblichen Überreste von Insassen des Unglücksflugs MH17 aufbewahrt wurden.  Bei den meisten Unglücksopfern der 298 Insassen handelte es sich um Niederländer.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag präsentierte Naliwaitschenko ein gut einminütiges Video, auf dem eine der Festgenommenen zu sehen sein soll. Darin gibt die unkenntlich gemachte Frau zu Protokoll, sie sei vom russischen Militärgeheimdienst rekrutiert und damit beauftragt worden, das Attentat auszuführen. Ihre Komplizen seien ebenfalls von Russland rekrutiert und ausgerüstet worden. Demnach sollte die Frau eine Bombe auf dem Weg zur Militärfabrik in Charkiw verstecken, in der die Leichen aufbewahrt wurden - und den Sprengsatz zünden, sobald Koenders' Delegationstross in die Nähe kommt.

Das niederländische Justizministerium erklärte auf AFP-Anfrage, den angeblichen Anschlagsversuch "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht bestätigen zu können. Koenders wiederum ließ wissen, dass ihn die ukrainischen Behörden gar nicht über die Vorgänge informiert hätten.

(APA/AFP)