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EZB-Geldschwemme: Aktien gewinnen, Sparbuch verliert

APA/BARBARA GINDL
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Die Zinsen auf Sparbücher bleiben niedrig. Kredite, vor allem solche für Immobilien, bleiben günstig. Eine Blasengefahr ist nicht auszuschließen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrem Anleihen-Kaufprogramm die Geldschleusen weit geöffnet. Solange das milliardenschwere Programm läuft, dürfte die EZB die Leitzinsen nicht erhöhen. Indirekt also eine schlechte Nachrichte für die Sparer, die auf das Sparbuch setzen. Denn die Zinsen bleiben gering. Auch wenn die Inflationsrate niedrig ist, kommt es mit einem Sparbuch oftmals zu einem Realverlust. Die Deutsche Kreditwirtschaft spricht gar eine Warnung aus: „Die Geldpolitik der EZB belastet die Sparer und gefährdet die private Altersvorsorge".

Es wird auch für die Lebensversicherer immer schwieriger die hohen Renditeversprechen für die Altkunden einhalten. Der größte Teil der Veranlagungen von Lebensversicherungen steckt in Staatsanleihen. Diese werfen angesichts der Geldschwemme immer niedrigere Renditen ab. Auch wer in Staatsanleihen investiert ist, dürfte in den nächsten Monaten wenig zu lachen haben. Durch die Käufe dürften die Renditen der Papiere, zum Beispiel Bundesanleihen, weiter sinken. Das trifft Besitzer von Anleihen oder Anleger, die Geld in Anleihenfonds investiert haben. Für Leute, die gerne reisen kann der schwache Euro ebenfalls eine Hiobsbotschaft sein. Vor allem wenn die Reiseziele in Nicht-Euroländern liegen. Ein Urlaub in den USA oder der Schweiz sowie in Länder, in denen der Dollar als offizielles Zahlungsmittel gilt, wird deutlich teurer.

Viel Geld fließt in Finanzmärkte

Wo es Verlierer gibt, muss es auch Gewinner geben. Sinken die Zinsen von Staatsanleihen, muss der Staat weniger zahlen, wenn er Geld am Kapitalmarkt aufnimmt. Noch vor der EZB-Entscheidung verkaufte der deutsche Bund erstmals eine fünfjährige Bundesobligation mit Nullzins.

Profitieren von der Geldschwemme der Notenbanken sollten auch die Aktienmärkte. DAX, ATX und Co. sind in der Folge der EZB-Ankündigung nach oben geschossen. Da viele andere Geldanlagen wegen niedriger Zinsen kaum noch etwas abwerfen, stecken Investoren ihr Geld in Aktien. Die Kurse steigen. Experten warnen allerdings vor Blasen an den Aktienmärkten.

Auch Immobilienkäufe können weiterhin leichter finanziert werden. Angesichts eines Leitzinses nahe Null, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB besorgen können, kosten Kredite auch für Kunden wenig. Aber auch hier ist eine „Blasengefahr“ nicht auszuschließen.

Anlagen in den Euro sind wenig lukrativ, weil die Geldflut den Euro gegenüber anderen Währungen wie den Dollar oder den Franken deutlich schwächt. Aufwind erhält dadurch jedoch die exportorientierte Wirtschaft. Sie kann ihre produkte auf dem hartumkämpften Weltmarkt billiger anbieten.

(APA/red.)