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Finanzministerium: Sanierungskosten fast verdoppelt

Finanzministeriums-Renovierung
Finanzministeriums-RenovierungDie Presse
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Weil ein Teil des Hauses nun als Museum genutzt wird, sind zusätzliche Kosten entstanden, kritisiert der Rechnungshof.

Seit knapp zwei Jahren residiert das Finanzministerium wieder an seinem Stammsitz in der Wiener Innenstadt. Die Kostenexplosion bei der Sanierung des historischen "Winterpalais" des Prinzen Eugen hat der Rechnungshof bereits 2011 kritisiert. Nun haben die Prüfer ihre Ergebnisse aktualisiert. Zusätzliche Kosten sind demnach entstanden, weil ein Teil des Hauses nun als Museum genutzt wird.

Die Planung für den Umbau startete 2004, damals wurden die Kosten mit 70 Mio. Euro veranschlagt. Tatsächlich hat die Generalsanierung des historischen Gebäudes nach aktueller Schätzung 135,77 Mio. Euro gekostet. Wobei der Großteil der Mehrkosten laut Rechnungshof vom Finanzministerium selbst verursacht wurde - durch umfangreiche, in der Bauphase veranlasste Projektänderungen.

Änderung Nummer drei

Seit dem damaligen Prüfbericht hat es noch eine zusätzliche, dritte Änderung der geplanten Raumnutzung gegeben: Als die Rückübersiedlung des Ministeriums in das "Winterpalais" anstand, wollte die damalige Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) die historischen "Prunkräume" nämlich nicht selbst nutzen und überließ sie dem Belvedere, das dort ein Museum einrichtete. Dafür waren noch einmal 2,25 Mio. Euro an Umbaukosten nötig. Außerdem gewährt das Finanzministerium dem Belvedere eine jährliche Abgangsdeckung (rund 2,55 Mio. Euro), weil die Außenstelle mit (nach Angaben des Belvedere) 70.000 Besuchern nicht kostendeckend arbeitet.

Das Winterpalais war das Stadtpalais von Prinz Eugen von Savoyen, der erste Prunkbau des Feldherrn der Türkenkriege in Wien. Es entstand in drei Bauphasen zwischen 1697 und 1724 in seiner heutigen Größe. Erst später setzte Prinz Eugen mit dem Unteren und Oberen Belvedere zu noch größerer Pracht an, allerdings vor den damaligen Toren der Stadt. Das Winterpalais beherbergte in der Monarchie u.a. die "Hofkammer" sowie seit 1848 deren Nachfolger, das Finanzministerium. Die letzte Sanierung vor der aktuellen erfolgte in den 1960er und 1970er Jahren.

(APA)