IWF will rasche Euro-Einführung in Osteuropa

Euro, 1 Euro Münze
(c) (Michaela Bruckberger)

Die osteuropäischen Staaten sollen ihre Währungen zugunsten des Euro aufgeben, fordert der IWF in einem unveröffentlichten Strategiebericht. Der IWF regt eine Mitgliedschaft auf Probe an.

Der Internationale Währungsfonds IWF will eine rasche Euro-Einführung in Osteuropa. Angesichts der Finanzkrise müssten die EU-Mitgliedsstaaten, die formal noch nicht der Eurozone beitreten könnten, ihre nationalen Währungen zugunsten des Euro aufgeben, zitierte die "Financial Times Deutschland" am Montag einen unveröffentlichten IWF-Strategiebericht.

Demnach regt der IWF eine Mitgliedschaft auf Probe in der bislang 16 Länder umfassenden Eurozone an. Sitze im Rat der Europäischen Zentralbank sollen die Neumitglieder vorerst aber nicht erhalten.

Der IWF gibt dem Zeitungsbericht zufolge zwei Gründe für die Strategie an:

  • Die Euro-Einführung soll helfen, die hohen Schulden, die die osteuropäischen Länder in Fremdwährungen angehäuft haben, zu entschärfen.
  • Weiters sollen so harte soziale Einschnitte durch wiederhergestelltes Vertrauen vermieden werden.

Ende vergangener Woche wurde auf dem G-20-Gipfel in London die Aufstockung der IWF-Mittel von 250 auf 750 Mrd. Dollar (559 Mrd. Euro) beschlossen.

Ein regionaler Rettungsfonds für Osteuropa - wie vom IWF, der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) gefordert - stößt vor allem auf deutschen Widerstand, aber auch andere führende EU-Mitglieder sind gegen den Plan. Nach Ansicht der deutschen Bundesregierung ist ein derartiger Rettungsfonds zu kostspielig.