Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

OMV: Entscheidung über Roiss-Nachfolge aufgeschoben

OMV-Chef Gerhard Roiss
OMV-Chef Gerhard RoissAPA/HELMUT FOHRINGER
  • Drucken

Der OMV-Aufsichtsrat verschiebt die heikle Entscheidung über die Roiss-Nachfolge auf Ende März.

Wien. Aus dem großen Tag der Entscheidung ist nicht viel geworden. Wer erwartet hatte, dass sich der Aufsichtsrat der OMV am gestrigen Mittwoch wie geplant auf einen neuen Konzernboss einigen würde, wurde enttäuscht. Schon eineinhalb Stunden nachdem die zehn Kapitalvertreter und die fünf Belegschaftsvertreter zusammengetroffen sind, folgte die Entwarnung: „Der Aufsichtsrat der OMV AG hat sich heute drauf geeinigt, Vorstandsangelegenheiten zu vertagen. Eine außerordentliche Sitzung findet am 27.März statt.“, hieß es in einer Aussendung.

Damit bleibt der Kampf um die Nachfolge des amtierenden OMV-Chefs Gerhard Roiss weiter spannend. Eigentlich sollte er ja mit Jahresmitte vorzeitig seinen Posten räumen. So hatte es der Aufsichtsrat zumindest im Herbst 2014 einstimmig beschlossen. In den vergangenen Wochen gab es jedoch vermehrte Versuche aus Politik und Wirtschaft, diese Entscheidung des Kontrollgremiums noch einmal zu kippen und Roiss länger im Amt zu halten. Vor allem auf Rudolf Kemler, der als ÖIAG-Chef und OMV-Aufsichtsratsvorsitzender die Interessen der Republik im Mineralölkonzern vertritt, wurde viel Druck ausgeübt. Er soll die Ablöse von Roiss stark voran getrieben haben. Viel Zeit, dieses Ziel letztlich zu erreichen, bleibt ihm nicht mehr. Mit der Umwandlung der ÖIAG in die ÖBIB GmbH am morgigen Freitag verliert Kemler seine Macht in der Staatsholding. Seinen Posten als Aufsichtsratschef der OMV muss er allerdings erst nach der Hauptversammlung Mitte Mai räumen.

Alter Aufsichtsrat entscheidet

Die Verschiebung der Entscheidung auf 27. März bedeutet demnach auch, dass der „alte“ Aufsichtsrat die Entscheidung über die anstehenden Vorstandsbesetzungen durchaus noch selbst fällen möchte. Geeignete Nachfolger soll der Headhunter Korn Ferry bereits gefunden haben. Jetzt muss „nur noch“ eine stabile Mehrheit im Kontrollgremium her.(auer)


[KOH0Z]

("Die Presse", Printausgabe vom 19.3.2015)