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Nippons nachhaltige Trendwende

(c) REUTERS (YUYA SHINO)
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Die Kurserholung bei Nikkei, Topix und Co. dürfte erst der Anfang einer lang erwarteten Markterholung sein.

Wien. Im Land der aufgehenden Sonne haben sich in den vergangenen zwei Jahren tatsächlich die Aussichten aufgehellt. Nach Jahrzehnten der Flaute legen die Leitindizes der Börse in Tokio seit mehr als zwei Jahren deutlich zu. Allein der Nikkei hat sich seit Ende 2012 von knapp 10.000 Punkten fast verdoppelt – allerdings von historisch niedrigen Niveaus. Weshalb auch die Trendwende immer noch am Anfang stehe, ist Hiroyasu Sato, Fondsmanager des Tokio Marine Japanese Equity Focus Fund, überzeugt.

Die billige Geldschwemme von bislang umgerechnet 1,25 Billionen Euro, die von der Bank of Japan unter der Ära Shinzo Abe im Frühjahr 2013 als Maßnahme zur Beendung der Deflation eingesetzt wurde, habe auch die Trendwende an der Börse gezündet, so Sato.

 

Ausländer angelockt

Vor allem internationale Anleger, die rund die Hälfte der Investorenschicht auf Japans Aktienmarkt ausmachen, wurden dadurch zunehmend angelockt, zumal mit der Notenbankaktion ja auch der Yen kräftig nachgab. Das machte den Einstieg für sie noch günstiger.

Und selbst nach der jüngsten Kursrallye liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Nikkei 225 mit 17 immer noch unter dem historischen Schnitt, rechnet Sato vor.

Allerdings wurde schon in den Jahren davor am Umbau der Japan Inc. kräftig gewerkt. Unternehmen achteten immer mehr auf das Wohl ihrer Aktionäre, indem etwa Dividenden ausgeschüttet oder Aktien zurückgekauft wurden, hebt Dean Cashman, Fondsmanager des M&G Japan Fund, hervor.

Und im Exportsektor würden viele Unternehmen nicht mehr versuchen, globale Marktanteile um jeden Preis zu erobern. Sato von Tokio Marine meint dazu: „Das ist aufgrund der asiatischen Billigkonkurrenz schwierig geworden. Stattdessen haben sich beispielsweise Elektronikhersteller wie Sony und Sharp auf höherpreisige Luxusgüter spezialisiert.“

 

Pensionsfonds will zukaufen

Inzwischen gebe es auch zahlreiche andere spezialisierte– und erfolgreiche– Unternehmen. Dazu zählt Sato den Joghurthersteller Yakult sowie den Sojasauceproduzenten Kikkoman. Sie dürften vom erwarteten Anstieg des Binnenkonsums profitieren, eine Entwicklung, mit der Sato jedenfalls rechnet. Wichtige Stütze ist dabei der gesunkene Ölpreis, der auch in Japan dafür sorgt, dass die Konsumenten mehr Kaufkraft haben.

Selbst der Finanzsektor lockt mit Gelegenheiten. Cashman von M&G nutzt diese etwa beim Bankentitel Mitsubishi UFJ Financials Group und verweist auf das breit gestreute Portfolio. Wobei, auch auf Aktienmarkt selbst dürfte der Finanzsektor noch eine wichtige Rolle spielen, denn der staatliche Pensionsfonds will in den kommenden Jahren seinen Aktienanteil von derzeit zwölf auf 25 Prozent aufstocken. Und das könnte der Börse noch weiteren Auftrieb geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2015)