"Stiftung Warentest": Nur kleine Summen in Gold investieren

Gold
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Die Verbraucher-Schützer weisen darauf hin, dass der Preis für Edelmetalle bereits sehr hoch sei und dass diese starken Schwankungen unterliegen können. Somit könne der Goldpreis rasch und dramatisch fallen.

Die Stiftung Warentest hat Verbraucher davor gewarnt, ihr gesamtes Vermögen in Gold zu investieren. Sie sollten höchstens einen kleinen Teil in Goldmünzen, Barren oder Goldsparpläne investieren, raten die Verbraucherschützer in der neuen Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest". Sie begründen dies mit dem stark schwankenden Goldpreis. Das Risiko sei groß, dass Goldanlagen bei einem Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt hohe Verluste einbrächten. Denn Gold sei momentan vergleichsweise teuer.

Der Goldkauf wirft zunächst die Frage auf, wo dies gelagert werden soll. Wer zu Hause Münzen oder Barren aufbewahrt, geht ein hohes Risiko ein. Die Lagerung bei einer Bank kostet dagegen Geld. Zudem gibt es auf das Edelmetall keine Zinsen. Bedenken müssen Verbraucher momentan aber vor allem, dass der Goldpreis im Zuge der Wirtschaftskrise bereits stark gestiegen ist. Er könnte "dramatisch fallen", warnt die Stiftung Warentest. Auch Experten könnten nicht sagen, wie sich der Goldpreis entwickelt.

Magere Renditen

Die Verbraucherschützer berichteten zudem von eher mageren Renditen in den vergangenen Jahrzehnten. Wer etwa vor 30 Jahren, am 23. März 1979 bei einem Preis von 243,62 US-Dollar je Unze eingestiegen sei, habe vor Abzug der Inflation bis heute in Euro umgerechnet eine durchschnittliche Rendite von 3,75 Prozent pro Jahr erzielt. Mit deutschen Aktien hätten Anleger in den vergangenen drei Jahrzehnten im Schnitt 8,2 Prozent pro Jahr erzielt.

Anleger haben auch die Möglichkeit, sich über Aktien oder Fonds an Goldminen zu beteiligen. Dabei müsse aber beachtet werden, dass sich die Kurse anders entwickelten als der Goldpreis. Für die Entwicklung seien auch die Profitabilität einer Goldmine oder die allgemeine Stimmung an den Aktienmärkten entscheidend. Wer Gold zur Preisspekulation nutzen wolle, könne auch börsengehandelte Goldfonds oder Zertifikate kaufen.

(APA)