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Privatuni: Ab Herbst Medizinstudium für 11.000 Euro

(c) Clemens Fabry
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Die Sigmund Freud Privatuni bildet ab Herbst Mediziner aus - ganz ohne die üblichen großen Prüfungen. Ein Platz kostet 11.000 Euro pro Semester.

Insgesamt 180 Studenten können ab September ein Studium der Human-, der Zahnmedizin oder der Pharmazie an der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) in Wien beginnen. Bachelor- und Masterstudium dauern zusammen sechs Jahre, die Kosten belaufen sich auf 11.000 Euro pro Semester, wie SFU-Rektor Alfred Pritz am Montag erklärte. Anmelden können sich Interessenten bis 21. August.

Kleine Tests statt großer Prüfungen

Ein Medizin-Studium an der SFU laufe etwas anders ab als an öffentlichen Unis, hieß es bei der Präsentation der bereits akkreditierten neuen Studiengänge. Bereits ab Studienbeginn sollen die Studenten in Kontakt mit Patienten in einem der Partnerkrankenhäuser der Wiener Vinzenz-Gruppe und den Häusern der Barmherzigen Brüder treten. Pro Semester soll jeweils etwa gleich viel Zeit an der SFU und bei den Patienten verbracht werden. Neben dem Patientenkontakt und der Vermittlung von naturwissenschaftlichen Kenntnissen liege ein Schwerpunkt auf der Persönlichkeitsentwicklung. Die Studien sind in Blocks aufgebaut, die in kleineren Tests abgeprüft werden. Große Tests wie an den öffentlichen Universitäten sind nicht vorgesehen.

Aufnahmetest kostet schon 650 Euro

Auch das Aufnahmeverfahren wird anders gestaltet: Während die öffentlichen Unis am kommenden Freitag (3. Juli) ihre Prüfungen abhalten, findet das Verfahren an der SFU in der letzten August-Woche statt. Zu durchlaufen sind dabei zehn Stationen, bei denen jeweils kurze Interviews geführt werden. Tief in die Tasche greifen heißt es bereits hier: Allein die Kosten für das Aufnahmeverfahren betragen 650 Euro.

Bis zum Abschluss des Bachelor-Studiums nach drei Jahren durchlaufen die 80 angehenden Humanmediziner, die 50 Pharmazeuten und die 50 Zahnmediziner die Ausbildung gemeinsam. Danach erfolgt eine Auffächerung in die ebenfalls dreijährigen aufbauenden Masterstudien. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

"Kein Cent" an Steuergeldern

Baulich sei das erst im März dieses Jahres bezogene neue Gebäude der SFU in Wien-Leopoldstadt noch nicht auf alle Anforderungen für die neuen Studien ausgelegt. Daher wird in den kommenden zweieinhalb Jahren "in unmittelbarer Umgebung" ein neues Haus entstehen, so der Rektor. In den kommenden Jahren investiere die SFU insgesamt etwa 80 Millionen Euro in ihre Medizin-Schiene. Von der öffentlichen Hand kommt "kein Cent", wie der SFU-Rektor betonte.

An der SFU mit ihren Niederlassungen in Paris, Berlin, Mailand, Laibach und Linz studieren derzeit rund 2000 Personen Psychotherapie, Psychologie und Beratungswissenschaft. Obwohl man noch keine Informationskampagne für die neuen Studien gestartet habe, hätten sich bereits mehr als 110 Interessenten angemeldet, so Pritz. Er rechnet auch mit einem großen Andrang von Interessenten aus Deutschland.

Neben den vier öffentlichen Medizin-Studienangeboten in Wien, Graz, Innsbruck und Linz bieten noch die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Salzburg und die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems Medizin-Studien an.

 

(APA)