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Zahlungsverweigerer bremsen rasantes Wachstum bei Zalando

Berlin Wirtschaft Zalando Empfangstresen des Online Modeunternehmen Zalando in Berlin 8 6 2015 Ber
imago/Christian Ditsch
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Ausfälle und Verzögerungen beim Begleichen der Rechnungen drückten die Marge des Online-Händlers auf unter fünf Prozent.

Europas größter Online-Modehändler Zalando spürt die schlechte Zahlungsmoral seiner Kunden beim Gewinn. Zuletzt kämpfte Zalando damit, dass Kunden ihre Rechnungen erst nach langwierigen Mahnverfahren oder gar nicht beglichen. In Deutschland - dem wichtigsten Markt für Zalando - kann sich der Kunde beim Kauf auf Rechnung 14 Tage Zeit lassen, bis er bezahlt. Im Vergleich zur Vorkasse, wie sie andere Versender verlangen, bedeutet das höhere Zinskosten und ein beträchtliches Ausfallrisiko. Je lockerer die Zahlungsbedingungen, desto größer ist andererseits auch die Lust der Kunden, im Netz shoppen zu gehen.

Mit ein wichtiger Grund warum im zweiten Quartal das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) nur zwischen 22 und 37 Mio. Euro liegen werde, wie der Berliner Konzern in der Nacht zu Dienstag ankündigte. Im Vorjahreszeitraum waren es 35 Mio. Euro gewesen. Die Anleger waren durch die Zwischenbilanz-Zahlen und den Ausblick verstimmt. Die seit Herbst börsennotierte Zalando-Aktie gab um sechs Prozent nach.

Umsatz um ein Drittel gestiegen

In der ersten Jahreshälfte steigerte Zalando den Umsatz um gut 30 Prozent auf 1,37 bis 1,38 Mrd. Euro. Beim bereinigten Ebit rechnet Zalando mit 51 bis 66 Mio. Euro, was im Halbjahr einer Marge von rund vier Prozent entspricht. Im zweiten Quartal hatten Ausfälle und Verzögerungen beim Begleichen der Rechnungen die Marge gedrückt, die auf drei bis fünf Prozent nach zuvor 6,4 Prozent sank. Die endgültigen Quartalszahlen will Zalando am 13. August vorlegen und dann auch Aussagen zur Prognose fürs Gesamtjahr treffen.

Das 2008 gegründete Unternehmen mit nunmehr 8300 Mitarbeitern wurde einer breiten Öffentlichkeit mit seiner "Schrei vor Glück"-Werbekampagne bekannt. Im Gespräch mit Reuters sagte Vorstand Robert Gentz, Zalando wolle sich bei seinen europaweit mehr als 15 Millionen Kunden stärker als Fashion-Anbieter positionieren. Davon zeuge die Zusammenarbeit mit der britischen Topshop und der US-Marke GAP. Derzeit hat Zalando mehr als 1.500 Marken im Angebot. Darüber hinaus will Zalando-Mitgründer Gentz die Firma als Plattform etablieren, die auch Umsätze über Gebühren, Werbeeinnahmen und Dienstleistungen an Drittanbieter generiert. Ähnlich geht Amazon vor, über deren Online-Plattform Einzelhändler ihre Waren verkaufen können.

(APA/Reuters)