Atom-Deal: Zeigen Satellitenbilder Aktivitäten im Iran?

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Die Satellitenaufnahmen entstanden am 12., 19. und 26. Juli. Zu sehen sein sollen Arbeiten auf den Dächern der Militäranlage Parchin. Auch Schutt und Öllacken seien auszumachen.

Satellitenaufnahmen der umstrittenen iranischen Militäranlage Parchin, die vor und nach der Unterzeichnung des Atom-Deals am 14. Juli entstanden, würden auf neue Aktivitäten auf dem Gelände hinweisen. Das berichtete das vom ehemaligen UN-Atomwaffeninspektor David Albright gegründete "Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit" (ISIS) am Mittwoch in einer Aussendung.

Die Satellitenaufnahmen entstanden laut ISIS am 12., 19. und 26. Juli. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und westliche Geheimdienste vermuten, dass in Parchin in der Vergangenheit Experimente mit Hochexplosivstoffen zur Entwicklung von Atomwaffen stattgefunden haben könnten. Die jüngsten Aktivitäten könnten auf Reinigungstätigkeiten vor möglichen Besuchen von IAEA-Inspektoren hindeuten, schreibt ISIS.

Auf den Aufnahmen von 26. Juli seien etwa Arbeiten auf den Dächern zweiter Gebäude zu sehen. Auch Schutt und Öllacken, die auf früheren Aufnahmen fehlten, seien auszumachen. Zudem würden sich offenbar größere Fahrzeuge auf dem Gelände bewegen. Die neuen Aktivitäten nach Unterzeichnung des Atomabkommens zwischen dem Iran und den 5+1 (UN-Vetomächte plus Deutschland) ließen befürchten, dass der Iran weitere Anstrengungen unternehme, um IAEA-Inspektionen zu untergraben, so ISIS.

Gab es eine mögliche militärische Dimension?

Bevor das Atomabkommen in Kraft treten kann, muss die IAEA bis Jahresende in einem Bericht feststellen, ob es in der Vergangenheit eine mögliche militärische Dimension (PMD) des iranischen Atomprogramms gegeben hat oder nicht. Dazu müssten die Inspektoren aber Zugang zu Parchin erhalten. International steige der Druck auf Teheran, derartige Inspektionen zuzulassen, betont ISIS. Obwohl nicht klar sei, was derzeit in Parchin vor sich gehe, könnte es sich um einen letzten Versuch handeln, sicherzustellen, dass kein belastendes Material gefunden werde.

Das "Institute for Science and International Security" (ISIS) ist ein von der US-Regierung unabhängiges Militärforschungsinstitut mit Sitz in Washington. Es setzt sich nach dem Motto "Employing Science in the Pursuit of Peace" (Wissenschaftliches Handeln im Streben nach Frieden) für die Abrüstung von Nuklearwaffen ein.

US-Senatoren nach Treffen mit Amano enttäuscht

Ein Treffen zwischen dem Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, mit Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses des US-Senats hat unterdessen deren Bedenken gegen den Atom-Deal mit dem Iran nicht ausräumen können. Der republikanische Ausschussvorsitzende Bob Corker, der dem Atomabkommen zutiefst skeptisch gegenüber eingestellt ist, zeigte sich nach dem Treffen mit Amano enttäuscht. Nicht einmal hinter verschlossenen Türen wolle die IAEA Auskunft über geheime Vereinbarungen mit dem Iran geben, kritisierte Corker vor Journalisten. Doch auch der demokratische Senator Ben Cardin beklagte, von Amano zwar gewisse Informationen erhalten zu haben, dass aber keine spezifischen Fragen über Nebenvereinbarungen beantwortet wurden.

Corker und Cardin fordern von der IAEA Zugang zu einem geheimen Dokument. Darin sind die Vereinbarungen zwischen der IAEA und dem Iran in Form einer "Roadmap" detailliert aufgelistet, wie die Frage einer möglichen militärischen Dimension (PMD) des iranischen Atomprogramms geklärt und wie der dazu nötige Zugang zur Militäranlage Parchin geregelt werden soll.

(APA/AFP/dpa)