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Lufthansa: Piloten drohen mit wöchentlichem Streik

Streik der Lufthansa-Piloten
APA/dpa/Matthias Balk
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Am Dienstag mussten bereits mehr als 80 Flüge gestrichen werden. Die Österreich-Tochter AUA ist vorerst nicht betroffen. Die Lufthansa will den Pilotenstreik vor Gericht stoppen.

Die Passagiere der AUA-Mutter Lufthansa sollten sich auf noch einmal verschärfte Pilotenstreiks einstellen. Zum Auftakt der 13. Streikrunde am Dienstag drohte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) damit, dass ihre Mitglieder bei Europas größtem Luftverkehrskonzern bis zum Jahresende wöchentlich die Arbeit niederlegen. Wörtlich sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Frankfurter Flughafen: "Bis auf Weiteres ist es jede Woche möglich, dass es neue Ausstände gibt. Ausgenommen davon ist vielleicht Weihnachten."

Die Lufthansa will das Vorgehen der Pilotengewerkschaft gerichtlich überprüfen lassen. Aus dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main hieß es, das Unternehmen habe eine einstweilige Verfügung beantragt, um den Streik zu stoppen. Auch beim Arbeitsgericht Köln reichte die Lufthansa nach eigenen Angaben einen solchen Antrag ein.

Lufthansa: Für Kunden unzumutbar

Die scheibchenweisen Ankündigungen der VC zu den einzelnen Streikmaßnahmen stellten die Lufthansa-Planer zwar vor schwere, aber nicht unlösbare Aufgaben, sagte Konzernsprecherin Barbara Schädler: "Wir haben bereits bei dem Streik im März gezeigt, dass wir das operativ hinkriegen." Für die Kunden sei aber jeder weitere Flugausfall unzumutbar.

Laut dpa hielten sich die Auswirkungen auf deutsche Airports wie dem wichtigen Drehkreuz Frankfurt am Dienstag in Grenzen. Ebenso schaute es in Wien aus: "Heute gibt es keine Auswirkungen auf den Standort Wien, weil die Lufthansa ab Wien keine Langstrecke betreibt", sagte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann zur APA. Morgen wird aber die Kurzstrecke bestreikt. Ob und wie Wien betroffen sein wird, hängt vom Flugplan der Airline ab, der zur Stunde noch nicht vorliegt. "Wir empfehlen, sich bei der jeweiligen Fluglinie über den Status des gebuchten Fluges zu erkundigen", so Kleemann.

AUA-Flüge vorerst nicht betroffen

Flüge der Austrian Airlines sind vom Streik bei ihrer Konzernmutter Lufthansa weder heute noch morgen betroffen. "Die AUA versucht zu helfen - wir werden größere Fluggeräte einsetzen und beispielsweise mit einer A321 statt einer A319 von Wien nach Frankfurt fliegen, damit kann man 40 bis 50 Passagiere mehr befördern", sagte AUA-Sprecherin Sandra Bijelic zur APA. Auch bei der AUA wartet man im Moment noch auf nähere Informationen zum morgigen Flugplan der Muttergesellschaft. "Solange die Airline nicht meldet, wissen wir nicht, welche Flüge betroffen sind." Ebenfalls Nicht betroffen sind Verbindungen der Tochter Germanwings. Deren Maschinen würden nur bestreikt, falls die Lufthansa sie als Ersatz für die eigenen Jets einsetzen sollte, kündigte die Gewerkschaft an.

Am Montagabend hatte Cockpit angekündigt, den Streik am Mittwoch auf den viel zahlreicheren Kurz- und Mittelstrecken fortzusetzen. Die Lufthansa wollte auch dafür einen Sonderflugplan erarbeiten.

84 Flüge gestrichen

Definitiv gestrichen waren am Dienstag 84 Fernflüge von und nach Frankfurt, München und Düsseldorf. Demgegenüber sollten 90 Überseeflüge stattfinden, bevor am Mittwoch wieder ein weitgehender Normalbetrieb auf den Interkontinentalstrecken geplant war. Wegen der gestörten Flugzeugumläufe sollten allerdings auch am Mittwoch und am Donnerstag einige Fernverbindungen nicht geflogen werden.

 

(APA/dpa)