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TU statt WU: Das Ende eines Kunstbezirks

Wien-Umgebung schafft sich ab.

Wien-Umgebung – das war das Preußen Niederösterreichs. Ein nicht zusammenhängendes politisches Gebilde, ein paar Teile im Süden, ein paar im Westen und im Norden. Mit Betonung auf „war“. Denn völlig überraschend verkündete Landeshauptmann Erwin Pröll gestern das Aus für den Bezirk. Auch der Bürgermeister von Klosterneuburg will davon erst aus den Medien erfahren haben. Klosterneuburg gehört jetzt übrigens zu Tulln, fordert aber ein eigenes Autokennzeichen, KG zum Beispiel.

Und das ist dann ja auch das augenscheinlichste Zeichen der Veränderung durch diese Verwaltungsreform, die zwei Millionen Euro im Jahr bringen soll: Das Autokennzeichen WU fällt weg.

Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Menschen in Wien-Umgebung nun einen Aufstand anzetteln werden, wie seinerzeit die Bad Ausseer, als sie ihres BA verlustig gingen, so wird es manchen – die Gewohnheit hat auch ihre Macht – vielleicht doch schmerzen, wenn er (respektive sein Auto) nun nicht mehr zum Umland von Österreichs einziger Weltstadt gehört, sondern – ja sprechen wir es aus – zur Provinz: zu Tulln, zu Bruck/Leitha, zu Gänserndorf.

Aber der Schmerz wird vergehen. Die Menschen bleiben ja dort wohnen, wo sie sind. Es ändert sich nur ihr Autokennzeichen.

Und wie gesagt: Es bringt zwei Mio. Euro im Jahr. In Zeiten, in denen von Verwaltungsreformen vielfach nur geredet wird, nicht nichts.

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2015)