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Ikea und das EU-Parlament: "Bei Billy ist 'ne Schraube locker!"

SWEDEN IKEA
"Bei Billy ist 'ne Schraube locker!"APA/EPA/ABDELHAK SENNA
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Im EU-Parlament selbst wollte Ikea keine Auskunft darüber geben, warum der Konzern so wenig Steuern zahlt. Stattdessen lud der Konzern Eu-Abgeordnete in ein griechisches Restaurant ein. Die sind empört.

Auch Ikea ist durch die Enthüllungen in der "Luxemburg-Leaks"-Affäre ins Zwielicht geraten. Nicht ganz ohne Grund, denn immerhin schaffte es das schwedische Unternehmen, im Jahr 2010 auf einen Gewinn von mehr als 2,5 Milliarden Euro ganze 48.000 Euro Steuern zu bezahlen. Diese steuerschonende Meisterleistung verschaffte den Schweden eine Einladung in den "Taxe"-Sonderausschuss des Europaparlaments, berichtet „Spiegel Online“.

Doch an einem Besuch im Parlament war der weltweit tätige Möbelhändler nicht wirklich interessiert. Vielmehr schickte Ikea, bekannt für zahlreiche Innovationen, eine "Einladung zur informellen Steuer-Diskussion" - in ein griechisches Restaurant. Dort können die Parlamentarier mit einem Ikea-Vorstand und dem Steuermanager der Schweden über "faire, transparente und klare internationale Steuersysteme" diskutieren, hieß es.

Affront von Ikea

Die Politik zeigte sich einigermaßen verstimmt. Die Reaktion folgte auf den Fuß. Für Sven Giegold, den wirtschafts- und finanzpolitischen Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion, sei es eine Frechheit, die Einladung des Ausschusses auszuschlagen und stattdessen mit uns im Lobby-Format diskutieren zu wollen.

Noch klarer brachte es Peter Simon, Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im "Taxe"-Ausschuss, auf den Punkt: "Bei Billy ist 'ne Schraube locker!" Es sei "schlicht schamlos", Häppchen zur Mittagszeit als Alternative zum persönlichen Erscheinen vor einem öffentlich tagenden Sonderermittlungsausschuss anzubieten, sagte Simon weiter. Eine Stellungnahme von Ikea lag zunächst nicht vor.

Um den Druck auf die betroffenen Unternehmen zu verstärken, hatte der "Taxe"-Ausschuss vor Kurzem erste Schritte gemacht, um Lobbyisten jener Konzerne, die sich nicht dem Europaparlament stellen, aus dem Parlament zu werfen. Ikea hat mit der Einladung keinen Schritt zur Deeskalation gemacht. "Wer das Gemeinwohlinteresse derart mit Füßen tritt, braucht sich als Lobbyist hier erst gar nicht mehr blicken zu lassen“, schlussfolgerte Simon.

>> Artikel in "Spiegel-Online"

(Red.)