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General Motors meldet Insolvenz an

Themenbild: General Motors
(c) AP (Paul Sancya)

Der einst größte Autokonzern der Welt hat die Insolvenz beantragt. Zur Sanierung soll General Motors mehrheitlich verstaatlicht werden. Der Umstrukturierung sollen erneut Zehntausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen.

Der einst weltgrößte Autobauer hat die Insolvenz angemeldet. Nach jahrelangen Milliardenverlusten hat General Motors (GM) den Antrag am Montag bei einem Insolvenzgericht in New York eingereicht. Zur Sanierung soll der bisherige Opel-Mutterkonzern mehrheitlich verstaatlicht werden. Die Insolvenz ist das größte Gläubigerschutz-Verfahren (Chapter 11) seiner Art in der US-Geschichte. Für das Verfahren wird eine Dauer von 60 bis 90 Tagen angepeilt.

Nach der de facto Verstaatlichung soll sich GM - geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger - in der Insolvenz gesundschrumpfen. Laut Regierung sollen elf Werke geschlossen und drei weitere nicht mehr genutzt werden. Berichten zufolge sollen erneut Zehntausende Stellen wegfallen - auf weit unter 100.000 allein in Nordamerika. Vor zehn Jahren gab es noch mehr als doppelt so viele.

Die Zahl der US-Marken wird auf vier halbiert - es bleiben GMC, Chevrolet, Cadillac, Buick. Für die schwedische GM-Tochter Saab gab es zuletzt noch zwei bis drei mögliche Käufer. Auch der Geländewagenbauer Hummer und die US-Marke Saturn sollen verkauft werden, Pontiac muss sterben. "Während des Insolvenzverfahrens wird GM wie gewöhnlich arbeiten", hieß es aus dem Weißen Haus.

Einigung mit den Gläubigern

Die US-Regierung übernimmt rund 60 Prozent an dem Konzern, Kanada 12 Prozent. Die Autogewerkschaft UAW erhält für Milliarden-Zugeständnisse knapp 18 Prozent an GM. Die Chancen für ein Überleben von GM stiegen zudem am Wochenende in fast letzter Minute durch eine Einigung mit den Zehntausenden Gläubigern. Für den Verzicht auf 27 Mrd. Dollar an Schulden sollen die Kreditgeber zehn Prozent am neuen Konzern bekommen, später können es bis zu 25 Prozent werden. Die US-Regierung springt mit weiteren rund 30 Mrd. Dollar ein, um die Insolvenz zu finanzieren, Kanada ist mit knapp 10 Milliarden dabei.

"Eines der wichtigsten Prinzipien des Präsidenten ist es, dass die Opfer auf viele Schultern verteilt werden", sagte ein hoher US-Regierungsbeamter. Weitere Staatshilfen seien nicht vorgesehen. "Das soll es dann gewesen sein." Da die Regierung Anteilseigner sein werde, habe sie auch Mitsprache bei der Besetzung des Vorstandes des "neuen GM". Man werde dabei aber "extrem diszipliniert" agieren.

(Ag.)