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Presserat verurteilte "Krone" wegen Biró-Kommentar

(c) Die Presse/Michaela Bruckberger
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In dem Kommentar schrieb Christoph Biró über angebliche sexuelle Übergriffen und Sachbeschädigungen durch Flüchtlinge. Der Bericht beruhte "auf keinerlei Recherche".

Der Österreichische Presserat hat die "Kronen Zeitung" für einen Kommentar ihres Steiermark-Chefredakteurs Christoph Biró verurteilt. Der Kommentar "Die Stimmung ist ja längst gekippt" hatte bereits im Oktober für öffentliches Aufsehen und Kritik sowie eine vierwöchige Auszeit des Journalisten gesorgt.

Biró schrieb in der "Krone" von sexuellen Übergriffen und Sachbeschädigungen durch Flüchtlinge. Die Behörden dementierten die Vorfälle, der Journalist sprach danach von einem Fehler und mangelndem Fingerspitzengefühl. Auf Drängen von "Krone"-Herausgeber und -Chefredakteur Christoph Dichand und des geschäftsführenden Chefredakteurs Klaus Herrmann nahm Biró eine vierwöchige Auszeit, um Gras über die Sache wachsen zu lassen. Ende November kehrte Biró wieder in seine Funktion als Chef der Steirer-"Krone" zurück.

176 Beschwerden beim Presserat

Wegen des umstrittenen Beitrags hatten sich gleich 176 Personen an den Presserat gewandt. Das Verfahren des Selbstkontrollorgans hat nun ergeben, dass die im Kommentar "geschilderten Vorfälle auf keinerlei Recherche beruhen", wie der Presserat am Freitag mitteilte.

Darüber hinaus habe sich die "Kronen Zeitung" öffentlich distanziert: Der inkriminierte Kommentar sei als "überspitzt" und die Tatsachenfeststellungen und Schlussfolgerungen als "nicht restlos überprüfbar" bezeichnet worden. Nach Meinung des Presserats liege es auch auf der Hand, dass durch den Kommentar Flüchtlinge diskriminiert wurden.

Verstoßen gegen Punkte Genauigkeit und Schutz vor Pauschalverunglimpfungen

Die unrichtigen Tatsachenbehauptungen würden demnach gegen die Punkte Genauigkeit und Schutz vor Pauschalverunglimpfungen und Diskriminierung des Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen. Für die größte österreichische Tageszeitung ist die aktuelle Rüge die 48. Verurteilung durch den Presserat.

(APA)