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Russe in Syrien gefallen

(c) REUTERS (BASSAM KHABIEH)

Ein Militärberater kam bei einem Beschuss ums Leben. Das modernste russische Jagdflugzeuge wurde nach Syrien verlegt. Eine Pause gibt es indes bei den Gesprächen in Genf.

Moskau/London/Damaskus. In Syrien ist ein russischer Soldat angeblich von Kämpfern der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Der Militärberater für die syrischen Streitkräfte habe am Montag Soldaten an nicht näher erläuterten „neuen Waffen“ ausgebildet und sei bei einem ebenfalls nicht näher erklärten „Beschuss“ tödlich verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur RIA am Mittwoch unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau.

Auch, wo sich der Vorfall ereignet hatte, wurde nicht gesagt. Andere Quellen ordneten ihn der Region Latakia an der Küste zu, zudem seien drei russische Soldaten verletzt worden. In Latakia sind allerdings keine oder keine nennenswerten Kräfte des IS aktiv, sodass für den Angriff auch andere Rebellen infrage kommen. Es war der dritte russische Militärangehörige, der seit Beginn des Militäreinsatzes in Syrien im September getötet wurde. Ende November war der russische Frontbomber Su-24 Fencer im türkisch-syrischen Grenzgebiet von einer türkischen F-16 abgeschossen worden. Ein Pilot wurde gerettet, der zweite am Boden von Rebellen getötet. Ein weiterer Soldat kam bei einem Rettungseinsatz für die beiden ums Leben.

Russland hat vor Tagen vier nagelneue Luftüberlegenheitsjäger Suchoi Su-35S Flanker-E auf seine Basis nahe Latakia verlegt. Es sind die modernsten Jagdflieger der Russen, und die betreffenden vier Stück sollen überhaupt erst im Herbst an die Truppe ausgeliefert worden sein. Die Verlegung könnte auch ein abschreckendes Signal an andere Luftwaffen, speziell der Türken, sein. Russland nützt Syrien aber derzeit auch ganz klar als Übungsgebiet für Einheiten und Waffensysteme unter wirklich realistischen Kriegsbedingungen.

 

Friedensgespräche ruhen drei Wochen

Die Syrien-Friedensgespräche in Genf indes sind in der Nacht auf Donnerstag für drei Wochen unterbrochen werden. UN-Chef Ban Ki-moon sagte, eine plötzliche Zunahme militärischer Aktivitäten in Syrien habe die Gespräche untergraben. Oppositionsvertreter hatten schon zu Beginn der Gespräche am Freitag/Samstag mit Abzug gedroht, bei den Gesprächen ging nichts weiter. (ag./wg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2016)