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Apple will FBI keinen Zugang zu iPhones geben

Bloomberg
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Apple will trotz einer richterlichen Anordnung der US-Bundespolizei FBI den Zugang zu Kundendaten auf iPhones verwehren.

Seit der Aufdeckung der Massenüberwachung der NSA durch Edward Snowden, sind US-Unternehmen darum bemüht, sich von US-Regierungen zu distanzieren. Hintertüren, um den Behörden Zugang zu Nutzerdaten zu geben, wurden von Snowden offengelegt, aber von Microsoft, Google und Apple seit jeher bestritten. Und jetzt soll Apple auf richterlichen Beschluss eine solche Hintertür programmieren - für ein einziges Gerät. Und das Unternehmen wehrt sich. 

Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, sich gegen ein entsprechendes Urteil zu wehren. Ein Richter hatte zuvor geurteilt, dass Apple dem FBI dabei helfen müsse, Zugang zu den Daten auf dem iPhone eines der Attentäter von Kalifornien zu erhalten. Bei dem Anschlag in San Bernardino hatten zwei mutmaßliche Islamisten im Dezember 14 Menschen erschossen, bevor sie selbst von der Polizei getötet wurden. 

Apple-Chef Tim Cook schrieb in einem Brief an die Kunden, die Ermittler hätten von Apple verlangt, eine Hintertür ins iPhone einzubauen. "Die Regierung fordert Apple auf, seine eigenen Kunden zu hacken", kritisierte Cook. Das würde die Gefahr erhöhen, dass auch Kriminelle Zugang zu Daten erhielten. Zwar solle dem Urteil zufolge nur ein einziges Telefon geknackt werden, aber die dafür nötige Technik könne in die falschen Hände geraten.

iPhone soll Aufschluss über IS-Kontakt geben

Das FBI will per Gericht Apple zur Hilfe bei der Entschlüsselung eines Mobiltelefons zwingen, das einem der Attentäter von San Bernardino gehörte. Die Ermittler untersuchen derzeit, ob das Paar mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) und anderen militanten Gruppen in Kontakt stand.

Vertreter der US-Regierung haben zuletzt immer wieder den Einsatz bestimmter Verschlüsselungstechnik als Gefahr für die nationale Sicherheit und als Hindernis für Strafermittlungen bezeichnet. Nach Einschätzung von Fachleuten drohen US-Technologiekonzernen wie Apple oder Google jedoch Wettbewerbsnachteile, wenn sie sich diesen Forderungen beugen. Die Firmen haben Ende 2014 deutlich umfangreichere Verschlüsselungssysteme eingeführt. Sie reagierten damit auch auf das Bekanntwerden der US-Ausspähprogramme, die der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden öffentlich machte.

 

 

(Reuters/Red.)