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Schulbau: Bis zu 40 Prozent sind Gänge

(c) Die Presse (Fabry)
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Einziger Rückzugsort für Schüler ist oft das Klosett. Neue Ansätze beim Schulbau sind gefragt.

Weslberg. Die Zahlen zeigen, wie dringend notwendig neue Ansätze beim Schulbau sind: Es gibt Schulen, in denen während des Unterrichts nur ein Viertel des gesamten Schulraums benutzt wird, hat die Salzburger Architektin Ursula Spannberger herausgefunden. „In solchen Schulen sind die Klassenzimmer überfüllt, die Luft ist schlecht – und gleichzeitig wird so viel anderer Raum nicht genutzt“, sagte Spannberger im Rahmen einer Südtirol-Reise mit den grünen Bildungssprechern.

In klassischen Schulen sind bis zu 40 Prozent der Fläche Gang und Pausenräume. „Sie werden vielleicht eine halbe Stunde pro Tag genutzt.“ In vielen Schulen gebe es oft auch angeschlossene Horte, die nur am Nachmittag genutzt werden.

Spannberger plädiert mit ihrer Plattform SchulUMbau daher dafür, möglichst viel Raum möglichst flexibel nutzbar zu machen. Also etwa für das Lernen und auch für die Pausenzeit. Bestückt mit Möbeln, die je nach Bedarf umgestellt werden können. Und mit Rückzugsorten, die für konzentriertes Arbeiten, Pausen oder einfach private Momente genutzt werden können. „Derzeit ist der einzige Rückzugsort für die Schüler in vielen Schulen das Klo“, sagt Spannberger. Eine Couch, die an drei Seiten einen Vorhang hat: Das würde oft schon reichen – ohne dass die Lehrer fürchten müssen, ihre Aufsichtspflicht zu verletzen.

 

Brandschutz als Hürde

Wichtig sei, dass Schulen partizipativ geplant würden – also unter Einbeziehung derjenigen, die sie später auch nutzen werden: Lehrer, Eltern, Schüler. Und auf Basis eines pädagogischen Konzepts, das durch den Raum unterstützt wird. Ein simples Beispiel: Will man offenes Lernen fördern, braucht man auch die räumlichen Voraussetzungen dafür. Nicht umsonst gilt der Raum vielen neben Lehrer und Mitschüler als dritter Pädagoge.

In der Praxis einer der wichtigsten Punkte: der Dialog mit den Brandschutzbeauftragten. An deren Vorgaben scheiterten vor allem in der Vergangenheit mitunter neue Formen des Schulbaus. Es habe sich schon einiges gebessert, sagt Spannberger. „Aber es gibt immer noch sture Hund'.“ (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.03.2016)