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Geschichte, Gender, Geografie: AMS bietet Wertekurse an

Kurz und Kopf beim Besuch eines Wertekurs für Flüchtlinge
Kurz und Kopf beim Besuch eines Wertekurs für FlüchtlingeAPA/ROLAND SCHLAGER
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Das AMS wird die Schulungen in sein Angebot für arbeitslos gemeldete Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte aufnehmen.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) wird die Wertekurse des Integrationsfonds in sein Portfolio für arbeitslos gemeldete Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte aufnehmen. Dabei soll das AMS Kursgruppen koordinieren und gegebenenfalls auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, wie Vorstand Johannes Kopf am Mittwoch bei der Präsentation des Projekts sagte. Er ging auch davon aus, dass die in den Kursen gewonnenen Informationen durchaus helfen könnten, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Was in den Kursen gelehrt wird, skizzierte eine Kursleiterin: Neben einem kurzen Abriss über Geographie und Geschichte des Landes wird ein Schwerpunkt auf Gleichberechtigung und Religionsfreiheit gelegt. Die Lernunterlagen bilden ein weites Feld ab, von der Mülltrennung bis zur Trennung von Religion und Staat.

Zahl der Sprachkurse nach oben geschraubt

Das AMS hat seine eigenen Kurse für Flüchtlinge, in erster Linie Sprachkurse, heuer deutlich nach oben geschraubt. 4784 Geförderte bedeuten laut Kopf eine Vervierfachung. 17,5 Prozent der Kursbesucher waren Frauen, fast drei Viertel der Kurse fanden in Wien statt. Und das ist kein Zufall: An den ersten fünf Positionen der AMS-Regionalstellen mit den meisten Asylberechtigten stehen Wiener Einrichtungen. Hinter dem AMS "Linz neu" folgen wieder sechs Wiener Geschäftsstellen.

Diese schlechte regionale Aufteilung stellt auch das Arbeitsmarktservice vor Herausforderungen, umso mehr als die Lage am Arbeitsmarkt in der Bundeshauptstadt ohnehin nicht rosig ist. Insofern versuche man Flüchtlinge, die ihre Mobilität ja schon bewiesen hätten, dazu zu motivieren, in andere Bundesländer zu wechseln, wenn sie über einschlägige Kompetenzen verfügten, die dort gesucht würden, etwa Tourismuskräfte im Westen oder Fachkräfte in der Autoindustrie in der Steiermark.

Kurz: Eigene Kultur nicht vergessen

Auch Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) betonte am Mittwoch einmal mehr die Vorteile der Wertekurse. Die meisten Flüchtlinge kämen eben aus völlig anderen Kulturkreisen, etwa was die Stellung der Frau angeht.

Kurz und Kopf nahmen im Anschluss an die Präsentation mit Journalisten und Kamerateams auch an einem der Wertekurse des Integrationsfonds teil. Der Minister versicherte den Anwesenden, dass niemand von ihnen erwarte, ihre eigene Kultur zu vergessen. Es sei aber auch nötig, sich auf die österreichische Kultur einzulassen.

(APA)