Deutsche Bundesliga: Ein echtes Finale um den Klassenerhalt

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Werder Bremen ist gegen Eintracht Frankfurt „zum Siegen verdammt“, Stuttgart muss zittern.

Bremen/Stuttgart. In der deutschen Fußballbundesliga hat längst das große Zittern begonnen. Bayern München ist Meister, das ist klar, aber am letzten Spieltag am Samstag fallen die Würfel der Entscheidung. Denn ein Trio kämpft noch gegen den Abstieg.

VfB Stuttgart, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt sind gefährdet, einer der drei Klubs wird Hannover 96 in die zweite Liga begleiten müssen. Ein Verein muss, oder besser: darf in die Relegation.

Ernst ist die Situation in Stuttgart geworden, bei einem Unentschieden oder einer Niederlage in Wolfsburg steigen die Schwaben ab. Man steht also gehörig unter Zugzwang. Betroffen sind vom Niedergang des fünffachen Meisters, zuletzt 2007, auch zwei ÖFB-Teamspieler; wobei Martin Harnik und Florian Klein zuletzt nicht mehr im Kader gestanden sind.

 

Gespielte Gelassenheit

Angespannt ist auch die Situation bei Werder Bremen. Mit einem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt kann sich der viermalige Meister (zuletzt 2004) jedoch aller Sorgen entledigen. Diese Paarung gleicht einem Finale, wobei sich die Norddeutschen nach außen hin bewusst gelassen geben. „Die Stimmung ist gut, nicht locker – aber auch nicht hektisch. Wir sind relativ ruhig“, behauptet Trainer Viktor Skripnik. Auch in diesem Fall sind mit Florian Grillitsch und Zlatko Junuzović zwei Österreicher in den Abstiegskampf involviert.

Die Erinnerungen an Frankfurt sind für Werder allerdings nicht gerade erbaulich, denn das erste Duell der Saison ist mit 1:2 verloren gegangen. Das war allerdings im Dezember. Die Bremer sind vor den Frankfurtern (Fredi Bobic wird neuer Klubchef mit Saisonende) gewarnt. Die Eintracht, Meister 1959, kommt mit sehr viel Selbstvertrauen an die Weser. Zuletzt hat der Klub von Trainer Niko Kovač drei Siege in Folge gefeiert, auch Dortmund wurde geschlagen. „Es gibt Momente“, sagt Zlatko Junuzović, „da helfen dir eben nur noch Siege. Wir sind zum Erfolg verdammt!“, stellt der ÖFB-Teamspieler klar.

Im Fall eines Unentschieden in Bremen hätte Stuttgart zumindest theoretische Chancen. Dann müsste der VfB aber mit sieben Toren Unterschied gewinnen. „An die zweite Liga“, behauptet zumindest Harnik, „denke ich nicht.“ (ww)

 

Samstag, 15.30 Uhr, live Sky: Bremen (Junuzović, Grillitsch) – Frankfurt (Lindner), Wolfsburg – Stuttgart (Klein, Harnik), Bayern (Alaba) – Hannover, Dortmund – Köln (Trainer Stöger, Hosiner), Leverkusen – Ingolstadt (Trainer Hasenhüttl, Özcan, Suttner, Hinterseer), Augsburg (Manninger) – HSV (Gregoritsch), Hoffenheim – Schalke (Schöpf), Mainz (Baumgartlinger, Onisiwo) – Hertha, Darmstadt (Garics) – Gladbach (Stranzl).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2016)