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Uni-Chefs: "Lachendes und weinendes Auge"

Sonja Hammerschmids Stellvertreter Oliver Vitouch führt interimistisch Geschäfte als Präsident.

Die Uni-Chefs sehen den Wechsel von Rektorenchefin Sonja Hammerschmid ins Bildungsministerium mit "einem lachenden und einem weinenden Auge". Dass Hammerschmid die Universitätenkonferenz verlasse, deren Präsidentin sie erst seit Anfang des Jahres war, bereite den Unis "Wehmut". "Zugleich haben wir größtes Verständnis für die Motive von Sonja Hammerschmid, ihren vielfach erprobten Gestaltungswillen nun direkt in den Dienst der Republik Österreich zu stellen", sagt ihr Stellvertreter Oliver Vitouch.

Der Rektor der Uni Klagenfurt wird interimistisch die Geschäft führen. Bei der nächsten Sitzung der Universitätenkonferenz am Montag werde man sich mit der Lage befassen. "Dabei werden auch die Möglichkeiten der Nachfolge von Sonja Hammerschmid und das Wahlprozedere besprochen." Nächstmöglicher Zeitpunkt für die Wahl einer neuen Spitze wäre die Plenarsitzung der Universitätenkonferenz am 6. Juni.

ÖH ist wenig begeistert

Die Hochschülerschaft (ÖH) ist wenig begeistert von der neuen SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. "Wir sind irritiert über den Vorschlag, Frau Hammerschmid, zur Bildungsministerin zu ernennen, da sie sich zuletzt öffentlich für Studiengebühren und einen beschränkten Hochschulzugang eingesetzt hat", zeigt sich Meryl Haas vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung empört. Der Abschied der SPÖ vom freien Hochschulzugang, der durch diese Personalentscheidung signalisiert wird, wäre fatal.

Von den Grünen Studenten (GRAS) heißt es gar: "Wer gegen den freien Zugang zu Hochschulbildung ist, wenig Erfahrung im Bereich der Pädagog_innenbildung hat und nur die Anliegen des Wirtschaftsministers Mitterlehner spiegelt, ist für uns eine falsche Besetzung für diesen Posten." Konkret kritisiert die GRAS-Aktivistin Marie Fleischhacker hierbei Hammerschmids Aussagen gegen den offenen Hochschulzugang für alle, der mit einer gebührenden Finanzierung alles andere als "naiv" und "unrealistisch" ist. 

(red.)