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Militärmusik spielt jetzt (fast) in alter Form

SP�-BUNDESPARTEIPR�SIDIUM UND VORSTAND: DOSKOZIL
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Minister Doskozil nimmt das Kapellen-Sparpaket zurück.

Wien. Kommando retour, schon wieder: Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) nimmt nun eine weitere Sparmaßnahme für das Heer zurück. Diesmal betrifft es die Musikkapellen seines Ressorts, also die Militärmusik.

Doskozils Vorgänger, Gerald Klug, schlug im Zuge seiner Sparmaßnahmen 2015 vor, nicht mehr in jedem Bundesland eine Militärmusik aufzustellen. Nach großer Aufregung entschied er sich für einen Kompromiss: Es bleiben zwar alle neun Kapellen, aber gut um die Hälfte verkleinert. Sieben Millionen Euro sollten dadurch eingespart werden.

Nun soll die Militärmusik (fast) wieder so aufgestellt werden wie vor dem Jahr 2015: Bei der Garde in Wien bleibt mit 63 Musikern ohnehin alles beim Alten, die Militärmusiken in den Ländern verfügen künftig wieder über 46 Musiker (einen Kapellmeister, 15 Unteroffiziere, 30 Rekruten/Zeitsoldaten).

Dennoch ist das nunmehrige Konzept laut Doskozil um 1,4 Millionen Euro billiger als das historische Modell vor den Einsparungen, das etwa elf bis 13 Mio. Euro gekostet hat. Gespart wird durch drei Maßnahmen: Einerseits sollen die Militärmusiker zu 40 Prozent ihrer Dienstzeit militärische Tätigkeiten ausüben – also Grundwehrdiener ausbilden oder als Informationsoffiziere Werbung fürs Heer machen.

 

Länder zahlen für Konzert

Andererseits haben Grundwehrdiener die Möglichkeit, von Beginn an bei der Militärmusik zu sein und dort auch ihre Grundausbildung zu machen. Nach dem sechsmonatigen Grundwehrdienst können sie sich für sieben Monate verpflichten. Früher waren das acht Monate, wobei das letzte Monat das teuerste war.

Auch die Bundesländer müssen ihren Beitrag leisten: Spielt die Militärmusik bei Veranstaltungen, die nichts mit dem Heer zu tun haben, wird dies verrechnet. (ib)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2016)