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Ein neuer, sicherer 50-Euro-Schein kommt

GERMANY-FINANCE-BANKNOTE
EZB-Direktor Yves Mersch präsentiert den neuen 50-Euro-Schein.APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Die Europäische Zentralbank stellte den neuen Fünfziger in Frankfurt vor. Er soll Geldfälschern das Handwerk erschweren.

Europas Verbraucher müssen sich bald an einen neuen 50-Euro-Schein gewöhnen. Die zweite Generation der Euro-Banknoten seit Einführung des gemeinsamen europäischen Bargelds 2002 bekommt erneut Zuwachs. Heute stellte die Europäische Zentralbank (EZB) den neuen Fünfziger in Frankfurt vor. In Umlauf gebracht wird er ab 4. April 2017, hieß es bei der Präsentation. Fünfer, Zehner und Zwanziger sind schon in überarbeiteter Version im Umlauf, neu aufgelegt werden noch der 100- und der 200-Euro-Schein. Daran werde bereits gearbeitet, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch. Der 500-Euro-Schein wird abgeschafft.

Was ist anders an den neuen Scheinen?

Neue Sicherheitsmerkmale sollen Geldfälschern das Handwerk erschweren. Bisher wurden Fünfer, Zehner und Zwanziger überarbeitet. Der Wert dieser Scheine ist jeweils als glänzende "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Das Wasserzeichen zeigt ein Porträt der griechischen Mythenfigur Europa, der Namensgeberin der neuen Banknotenserie: "Europa-Serie". Beim 20-Euro-Schein warteten die Währungshüter zudem mit einem Novum auf: In das Hologramm der Banknote ist ein Porträtfenster integriert. Hält man den 20er gegen das Licht, wird es durchsichtig und man sieht von beiden Seiten ein Porträt der Europa.

Sind die Scheine nicht sogar lackiert?

Die neuen Fünfer und Zehner sind mit einer Speziallackierung überzogen. Ziel ist, die Scheine haltbarer zu machen - denn gerade kleine Scheine wechseln häufig den Besitzer. "Die bisher gesammelten Erfahrungen lassen den Schluss zu, dass sich die Lebensdauer der Euro-Banknoten durch die Beschichtung tatsächlich erhöht hat", bilanziert die Bundesbank. Die Produktion einer Banknote kostet im Schnitt acht bis neun Cent.

Warum bekommen Verbraucher den neuen 50er nicht jetzt schon?

Zunächst erhalten Banken und Einzelhändler die Gelegenheit, Geräte und Personal auf den Umgang mit den runderneuerten Geldscheinen vorzubereiten. Auch Automaten müssen entsprechend eingestellt werden. Mit dem neuen Fünfer hatte es im Mai 2013 anfangs Probleme gegeben: An vielen Automaten in Europa konnten Verbraucher ihren Fahrschein oder das Parkticket damit nicht bezahlen, weil die Software der Automaten nicht rechtzeitig umgestellt worden war.

Welche Scheine der neuen Euro-Banknotenserie gibt es schon?

Seit dem 2. Mai 2013 ist der runderneuerte Fünfer im Umlauf, am 23. September 2014 folgte der Zehner, am 25. November 2015 der Zwanziger. Die alten Scheine bleiben gültig und werden nach und nach von den Notenbanken ausgetauscht. Das geht vergleichsweise schnell: Beim 20er zum Beispiel war bereits Mitte Jänner 2016 - also knapp zwei Monate nach Einführung - gut jeder zweite Schein (56 Prozent) einer aus der neuen Serie. Im März 2016 stammten nach Angaben der Deutschen Bundesbank bereits 85 Prozent der von Geschäftsbanken bei der Notenbank eingezahlten 20-Euro-Banknoten aus der neuen "Europa-Serie".

Warum betreiben die Währungshüter so einen Aufwand?

Für Kriminelle ist Geldfälschen ein lukratives Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden so viele Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen wie nie seit Einführung des Euro-Bargeldes 2002: 899.000 gefälschte Scheine zählte die Europäische Zentralbank. Fälscher setzen dabei vor allem auf Banknoten mit höherem Wert. Am stärksten setzten Geldfälscher auf den "falschen Fuffziger".

Wie wahrscheinlich ist es, mit Falschgeld in Berührung zu kommen?

Trotz der gestiegenen Zahlen ist es relativ unwahrscheinlich, dass einem Falschgeld untergejubelt wird. Die EZB betont: "Gemessen an der steigenden Zahl echter Banknoten im Umlauf - mehr als 18 Milliarden in der zweiten Jahreshälfte 2015 - ist der Anteil der Fälschungen nach wie vor sehr gering." Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr in Europa 27 falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.

(APA/dpa)