Umstrittener Hochsitz bei KZ-Gedenkstätte wird abgebaut

Symbolbild: Hochsitz.
Symbolbild: Hochsitz.(c) Bilderbox

Ein Grundbesitzer in Kärnten lässt den Hochsitz entfernen, dessen Schießluke direkt auf die ehemaligen Häftlingsbaracken zeigt.

Anfang August hatte "Die Presse" darüber berichtet, dass sich Vertreter der ehemaligen Häftlinge des KZ Loibl, das sich an der kärntnerisch-slowenischen Grenze befindet, über einen unwürdigen Umgang mit der Gedenkstätte beschwerten. Der Grund: An der Grenze zum Gelände wurde ein Hochsitz errichtet. Die Schießluke zeigt direkt auf die ehemaligen Häftlingsbaracken.

Grün-Nationalratsabgeordneter Harald Walser hatte daher eine Anfrage an das Innenministerium gerichtet, das das Areal gepachtet hat. "Wir haben mit diesem Hochstand überhaupt keine Freude und sind mit dem Eigentümer im Gespräch", hieß es dort.

"Ich bin ja nur ein Jäger"

Nun gibt es offenbar eine Wende. Der Besitzer des Grundstücks will den Hochsitz entfernen lassen, berichtet "standard.at" am Mittwoch. Er verstehe zwar nicht, "wie irgendjemand auf die Idee kommen kann, dass ein Hochsitz ein KZ-Wachturm ist", wird der Mann zitiert, "aber ich will meine Ruhe haben. Ich bin ja nur ein Jäger und keine kriegsführende Partei".

Er habe bereits im Juni bei Gesprächen eingewilligt, den Ausguck am Hochsitz zu schließen und den Turm mit Tannenzapfen und Ähnlichem zu tarnen. Jetzt stelle er den Hochsitz eben woanders hin.

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