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IGGiÖ-Wahl: Olgun als neuer Präsident bestätigt

Ibrahim Olgun
APA/IGGIÖ
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Das Bundeskanzleramt wies die Beschwerden gegen die Wahl in der Islamischen Glaubensgemeinschaft ab. Olgun ist nun offiziell im Amt.

Ibrahim Olgun darf das Wort „designiert“ aus seiner Anrede streichen – der 28-jährige Theologe ist nun offiziell amtierender Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Das Bundeskanzleramt hat Beschwerden gegen seine Wahl nicht akzeptiert und sie damit offiziell bestätigt, wie am Donnerstag aus dem Büro von Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) bekannt gegeben wurde.

Zwei Kultusgemeinden und eine Gruppe Wahlberechtigter hatte eine Wahlaufsichtsbeschwerde an den Bundeskanzler eingebracht – eine Möglichkeit, die im neuen Islamgesetz vorgesehen ist. Sie sind der Ansicht, dass die Wahl des Präsidenten nicht verfassungskonform abgelaufen sei. Denn nicht alle Kultusgemeinden seien im Obersten Rat vertreten – insgesamt gibt es 27 von ihnen, der Oberste Rat, das höchste geschäftsführende Organ der IGGiÖ, besteht jedoch nur aus 15 Mitgliedern. Gewählt wurden sie – und mit dem Vorsitzenden des Organs auf der Präsident – vom 113-köpfigen Schurarat, quasi dem Parlament der Glaubensgemeinschaft. Bereits im August hatte ein Schiedsgericht der IGGiÖ über die Beschwerden beraten – und sie abgelehnt. So wie nun auch das Kultusamt, das im Bundeskanzleramt angesiedelt ist.

Hintergrund der Beschwerden sind Streitigkeiten verschiedener ethnischer Gruppen in der IGGiÖ. Die Arabische Kultusgemeinde, repräsentiert durch ihren Vorsitzenden Hassan Mousa, befürchtet ein Ungleichgewicht zugunsten der türkischen Gruppen. Auch gibt es den Vorwurf, dass Olgun nicht selbstständig und unabhängig agieren würde – der Theologe ist Mitglied des türkischen Verbandes Atib, der der türkischen Religionsbehörde Diyanet untersteht. Nicht zuletzt wurde auch Kritik an der Person Olguns geäußert – dass er mit 28 Jahren etwa zu jung für das Amt des Präsidenten sei. Ein Passus in der Verfassung, der ein Mindestalter von 35 Jahren vorsah, sei laut Mousa im vergangenen Dezember gestrichen worden.

Olgun selbst wurde am 11. September 1987 in Mistelbach geboren, sein Vater war als Gastarbeiter nach Österreich gekommen. Bei Atib war er ab 2013 Integrationsbeauftragter für den interreligiösen Dialog. Ab 2014 war er in der IGGiÖ als Fachinspektor für den Islamischen Religionsunterricht in Pflichtschulen tätig.

(APA/eko)