Ermittlungen gegen Ex-ÖBB-Chef Huber eingestellt

Ex-ÖBB-Chef Martin Huber
Ex-ÖBB-Chef Martin HuberAPA/HERBERT PFARRHOFER

Gegen Ex-ÖBB-Chef Martin Huber war wegen Betrugsverdacht ermittelt worden. Nun ist die Causa eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts gegen Ex-ÖBB-Chef Martin Huber eingestellt. Einen entsprechende Bericht des Magazins "News" (Online-Ausgabe) bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien Montagnachmittag gegenüber der APA. Huber hatte die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten.

Der Weisungsrat im Justizministerium war in das Verfahren involviert. Es habe aber "keine Weisung" gegeben, sagte die Sprecherin.

Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft die Causa eigentlich zur Anklage bringen, die Oberbehörden hielten jedoch weitere Ermittlungen für notwendig. Laut "Kurier" hatte die Oberstaatsanwaltschaft die im Oktober 2014 übermittelte Anklageschrift in Sachen Huber zurückgewiesen und "ergänzende Erhebungen" angeordnet. Nun ist die Causa eingestellt, wie aus dem Amtszeugnis der Staatsanwaltschaft Wien hervorgeht. "diepresse.com" hatte am 16. und am 22. Jänner 2014 sowie am 4. und am 11. April 2014 über den seinerzeitigen Verdacht berichtet.

Bei den Ermittlungen ging es um Betrugsverdacht beim Ausscheiden Hubers aus der Vorstandsetage der Staatsbahn im Jahr 2008. Der durch verlustreiche, hunderte Millionen Euro teure Spekulationen angeschlagene Bahnmanager Huber bekam damals eine einvernehmliche Vertragsauflösung und eine hohe "Abfertigung". Der Verdacht war, dass Huber dem ÖBB-Aufsichtsrat wesentliche Details seiner Beteiligung am Immobilienprojekt Schillerplatz verschwiegen habe und sich so die teure Ablöse erschlichen habe.

Im Telekom-V-Prozess rund um den Kauf einer Telekom-Immobile am Wiener Schillerplatz durch Huber und dessen Ehefrau wurden beide zwar von der angeklagten Beitragstäterschaft zur Untreue freigesprochen. Doch die Staatsanwaltschaft warf Huber vor, in seiner Funktion als damaliger ÖBB-Konzernvorstand dem Aufsichtsrat verschwiegen zu haben, dass er - über einen Treuhänder verdeckt - mit 75 Prozent an der Schillerplatz 4 Projektentwicklungs GmbH beteiligt und dort faktischer Geschäftsführer war.