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Private Vorsorge für Pension: Österreich als Negativbeispiel

(c) Clemens Fabry

Die OECD hat die Regelungen für die private Pensionsvorsorge untersucht. Nur Österreich und Norwegen werden dabei kritisch erwähnt.

Paris/Wien. Die private Pensionsvorsorge wird immer wichtiger. Vor allem, weil Regierungen aufgrund der Überalterung der Bevölkerung zu Reformen gezwungen sein könnten, die sich auch auf die Höhe der staatlichen Pensionen auswirken. Die OECD hat jetzt in einem aktuellen Bericht („2016 OECD Pensions Outlook“), der gestern vorgestellt wurde, unter anderem die steuerrechtlichen Regelungen für Privatpensionen beleuchtet. Nur zwei Staaten werden dabei kritisch erwähnt: Österreich und Norwegen.

Es gebe generell steuerliche Vorteile für private Pensionsversicherungen, außer in diesen beiden Ländern, schreiben die Experten. In Norwegen seien freiwillige Zahlungen zwar teilweise von der Steuer absetzbar. Aber das genüge nicht, um die Steuern auszugleichen, die anfallen, wenn man sich aus diesem Topf etwas auszahlen lässt.

 

Vorteile fielen mit Steuerreform

In Österreich wiederum seien Zahlungen nicht nur nicht absetzbar. Für sie falle zusätzlich eine Versicherungssteuer in Höhe von vier Prozent an, heißt es kritisch in dem OECD-Bericht. Tatsächlich waren Zahlungen in der Vergangenheit als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar. Doch das wurde mit der Steuerreform abgeschafft: Alle Zahlungen für Verträge, die nach dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen wurden, sind nicht mehr steuerlich begünstigt. In anderen Ländern variieren die Steuervorteile zwischen einem Prozent (etwa in Slowenien) und 51 Prozent in Israel und Mexiko, wo es allerdings verpflichtende Zahlungen gibt.

Mit der Finanzierbarkeit der staatlichen Pensionen hat sich die OECD in ihrem letzten Ausblick 2014 beschäftigt. Damals meinten die Experten, man müsse länger arbeiten und mehr Geld einzahlen, um „akzeptable Pensionen“ zu ermöglichen. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2016)