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Berlin-Attentat: Mutmaßlicher Kontaktmann Amris verhaftet

Berlin-Attentat: Mutmaßlicher Kontaktmann Amris festgenommen
Anis Amri in TunisAPA/AFP/ITALIAN POLICE/HO

Der Attentäter Anis Amri soll kurz vor der Tat eine SMS verschickt haben. Bei seiner Flucht reiste er offenbar auch durch die Niederlande.

Neun Tage nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt bei der Berliner Gedächtniskirche hat die Polizei in der Hauptstadt einen mutmaßlichen Kontaktmann des Attentäters Anis Amri festgenommen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Tunesier aus Berlin, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte.

Demnach durchsuchten Ermittler des Bundeskriminalamts auf Grundlage eines Beschlusses des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs Wohn- und Geschäftsräume des Mannes. Nach Informationen des "Spiegel" lebt der Verdächtige in Berlin-Tempelhof.

Im Mobiltelefon Amris, das am Tatort gefunden worden war, sei die Nummer des Festgenommenen gespeichert gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Die Ermittlungen deuteten darauf hin, dass er in den Anschlag eingebunden gewesen sein könnte. Inwieweit sich der Verdacht erhärten lasse, bleibe abzuwarten. Bis Donnerstag werde geprüft, ob ein Haftbefehl beantragt werde, hieß es.

Amri soll kurz vor Tat SMS verschickt haben

Amri soll bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember zwölf Menschen getötet haben. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Zehn Minuten vor dem Anschlag soll Amri über sein später im Führerhaus gefundenes Handy Sprachnachrichten und Fotos verschickt haben. Das berichtet "Focus Online" unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise.

Die italienische Polizei veröffentlichte am Mittwoch ein zweites Bild des mutmaßlichen Berlin-Attentäters, das von Videokameras am Bahnhof Porta Nuova in Turin aufgenommen wurde. Zu sehen ist der schwarzgekleidete Tunesier mit einem Rucksack und einer Kapuze am Kopf.

Das Bild wurde am 22. Dezember um 22.14 Uhr aufgenommen. Amri soll von Turin aus einen Regionalzug nach Mailand genommen haben. Danach reiste er mit einem Bus weiter nach Sesto San Giovanni, einer Kleinstadt nördlich von Mailand, wo er bei einer Polizeikontrolle erschossen wurde. Die Ermittler hatten bereits am Dienstag das Foto Amris, das am Freitag um 0.58 Uhr auf dem Mailänder Hauptbahnhof aufgenommen worden war, veröffentlicht.

Der Tunesier soll von Lyon über Chambery nach Italien gelangt sein. In der Bergortschaft Bardonecchia nahe Turin soll er kurz gehalten haben, um dann nach Turin zu gelangen.

Zuvor war Amri bei seiner Flucht offenbar auch durch die Niederlande gereist. Der Tunesier sei in der Nacht zum 22. Dezember von der niederländischen Stadt Nimwegen mit einem Fernbus ins ostfranzösische Lyon gefahren, verlautete am Mittwoch aus französischen Ermittlerkreisen. Nimwegen liegt nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Wie Amri von Berlin aus dorthin gelangte, war zunächst unklar.

(APA/dpa)