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Sozialpartner hoffen auf Einigung bis Ende Juni

AK-Präsident Rudolf Kaske und WKÖ-Präsident Christoph Leitl.
AK-Präsident Rudolf Kaske und WKÖ-Präsident Christoph Leitl.(c) APA/BARBARA GINDL
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Leitl und Kaske wollen nun diskret über Mindestlohn und flexible Arbeitszeiten verhandeln.

Wien. Nachdem die Sozialpartner in den vergangenen Tagen ihre Positionen zu flexiblen Arbeitszeiten und zu 1500 Euro Mindestlohn mitgeteilt und Grenzen gezogen haben, wollen sie nun diskret verhandeln, wie AK-Präsident Rudolf Kaske und WKÖ-Präsident Christoph Leitl am Montag erklärten. Kaske präsentierte eine Studie, um festzustellen, dass die Arbeiterkammer keinesfalls eine Kürzung der Überstundenzuschläge akzeptieren werde. Außerdem müssten Arbeitnehmer selbst entscheiden können, wann sie ihre Freizeit nehmen, die sie sich mit Überstunden erarbeitet haben. Alles andere wäre mit Gesundheit und Familienleben nicht vereinbar.

Laut Leitl habe die Wirtschaft schon beim Mindestlohn Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Wenn den Unternehmen massive Mehrkosten durch einen höheren Mindestlohn entstehen, ist es aber legitim, auf der anderen Seite gewisse Entlastungen und mehr Spielräume in der Arbeitszeit zu fordern. Höhere Mindestlöhne und gleichzeitig kürzere Arbeitszeiten – das wird sich nicht ausgehen“, so Leitl.

 

Ultimatum der Regierung

Kaske und Leitl sind aber zuversichtlich, wie von der Regierung gefordert bis Ende Juni eine Einigung erzielen zu können. Die Arbeiterkammer legte am Montag eine Befragung von 2000 Arbeitnehmern vor. Demnach sind von überlangen Arbeitszeiten folgende Branchen betroffen: In der IT arbeiten 25 Prozent der Befragten mehrmals pro Monat mehr als zehn Stunden am Tag. In der Gastronomie und in der Metallbranche sind es 21 Prozent. Dann folgt der Handel mit 18 Prozent. In der Elektroindustrie arbeiten 16 Prozent mehrmals im Monat mehr als zehn Stunden am Tag. In der Reinigung sind es 14 Prozent und bei den Banken 13 Prozent. Laut Umfrage geben 33 Prozent der Arbeitnehmer mit überlangen Arbeitszeiten an, dass sie dieses Tempo nicht bis zur Pensionierung durchhalten können. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2017)