Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Gerücht um Polizei-Aktion

(c) DiePresse.com (Bernadette Bayerhammer)
  • Drucken

In der Nacht sorgten Gerüchte um eine polizeiliche Räumung für Aufregung. Am Tag sechs der Besetzung will man nicht aufgeben: Das Audimax soll noch bis zur großen Demo besetzt bleiben.

Die Gerüchte um eine polizeiliche Räumung des Audimax am Montag morgen haben sich nicht bestätigt. Um 7.30 Uhr waren einige hundert Studenten im Hörsaal, die Stimmung war entspannt.
 
"Wir hatten Informationen über eine Polizeiaktion", sagte ein Vertreter der Hochschülerschaft. Es blieb beim Verdacht. "Uns ist nach 3 Uhr gesagt worden, dass die Polizei kommt. Da ist keiner mehr weggegangen", erklärte einer der Demonstranten. Doch nicht nur die "übriggebliebenen" Studenten, die die Nacht im Hörsaal verbrachten, saßen heute Morgen in den Reihen des Audimax. Auch viele neue kamen am frühen Morgen hinzu.

Die Besetzung ist nicht die einzige Protestmaßnahme der Studenten:  So wurde am Montag vor dem Wissenschaftsministerium am Minoritenplatz ein studentisches Straßentheater abgehalten, das jedoch kaum Aufsehen erregte. Für heute, Dienstag, ist um 12.00 Uhr eine Kundgebung auf der Uni-Rampe geplant, am Mittwoch soll es ab 17 Uhr eine Großdemonstration geben. Am Dienstag findet an der Technischen Universität Wien eine Hörerversammlung statt.

Die Besetzer des Audimax sind noch lange nicht zum Aufgeben bereit. Das Audimax soll auf jeden Fall noch bis Mittwoch besetzt bleiben, sagen viele Studenten. Denn dann findet die Großdemonstration statt und die künftigen Akademiker wollen sich davor nicht selbst den Wind aus den Segeln nehmen.

Hahn will nicht auf Studenten zugehen

Johannes Hahn selbst zeigte trotz der tagelangen Proteste von Studenten bisher keine Bereitschaft, auf diese zuzugehen. Wenn die ÖH mit ihm sprechen wolle, solle sie auf ihn zukommen, erklärte er am Montag. Das Wissenschaftsministerium sei ein "offenes Haus". Die Schuld für die Proteste trägt nach Sicht der ÖVP ohnehin jemand anderes: "Faymanns SPÖ negiert seit Jahren die Entwicklungen und Bedürfnisse der Universitäten", meinte die Wissenschaftssprecherin der ÖVP, Beatrix Karl, am Sonntag. Die SPÖ habe die Schranken für Numerus Clausus-Flüchtlinge gesenkt und verweigere jeden Dialog über ein faires Zukunftssystem an den Universitäten.

Proteste im In- und Ausland

Am Mittwoch um 17 Uhr wird es in Wien eine Groß-Demonstration geben. Zu Protesten kommt es in dieser Woche auch in anderen Landeshauptstädten. In Innsbruck wurde zu einer Demonstration vor der Hauptuni am Donnerstag 12 Uhr aufgerufen, bereits am Dienstag um 12 Uhr soll es zu einer Protestkundgebung an der Uni Klagenfurt kommen. Auch in Salzburg formiert sich nun studentischer Widerstand gegen die "inakzeptable Bildungspolitik des Wissenschaftsministeriums", wie die ÖH Salzburg verlauten ließ. Für Mittwoch um 15.00 Uhr wurde eine Demonstration vor dem Haus für Gesellschaftswissenschaften angekündigt.

Und auch im Ausland machen immer mehr Studenten ihrem Ärger über schlechte Studienbedingungen Luft. So halten sich etwa in München halten schon einige Studenten und Dozenten für Proteste bereit.

(ros)