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Holzeinschlag um vier Prozent gesunken

APA
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Für die Forstwirtschaft ist das Eschensterben ein großes Thema. Die Waldbesitzer mussten im Vorjahr um ein Viertel weniger Schadholz wegen Sturm und Schnee schlägern als noch 2015. Das Eschensterben bleibt das große Thema.

Der Holzeinschlag der österreichischen Forstwirtschaft ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr davor laut Prognose um rund vier  Prozent auf 16,8 Millionen Festmeter gesunken. Der Rückgang ist auf den deutlich niedrigeren Schadholzanteil zurückzuführen. Die Waldbesitzer mussten mit 5,4 Millionen Festmeter um ein Viertel weniger Schadholz wegen Sturm und Schnee schlägern als noch 2015.

Der Präsident der Land & Forst Betriebe Österreichs, Felix Montecuccoli, rechnet für die Forstwirtschaft im Jahr 2016 mit einem Umsatz von knapp unter 1,5 Milliarden Euro. Genaue Zahlen liegen derzeit noch nicht vor. Für Montecuccoli war 2016 ein "unspektakuläres Jahr". Der Borkenkäferbefall sei "relativ stabil gewesen" und der Niederschlag sei plus 16 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt gewesen, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Wien. Im sehr trockenen Jahr 2015 lag der Niederschlag in Österreich um 25 Prozent unter dem langjährigen Schnitt.

Der Preis für Nadelsägerundholz lag laut dem Verband im Jahr 2016 bei rund 89 Euro pro Festmeter und damit um 2,8 Prozent niedriger als im Jahr davor. Die negative Preisentwicklung bei Nadelsägerundholz drehte im Laufe des Jahres 2016 und liegt aktuell wieder über der 90 Euro-Marke. Der Buchenholz-Preis blieb im Jahresschnitt unverändert bei 76,5 Euro/Festmeter und der Preis für Faser/Schleifholz lag bei 36,2 Euro/Festmeter nach 36,4 Euro im Jahr 2015.

Die Schadholzmenge durch Borkenkäferbefall blieb 2016 unverändert bei 2,6 Millionen Festmeter. Besonders betroffen waren die Oststeiermark, Burgenland, Waldviertel und das westliche Tirol. In Erwartung eines höheren Käferbefalles als im Jahre 2015 hatten die heimischen Forstbetriebe im Jahr 2016 die forstwirtschaftliche Produktion etwas eingeschränkt. Obwohl im Herbst wieder verstärkt geschlägert wurde, konnte der Rückstand zum Holzeinschlag des Jahres 2015 nicht aufgeholt werden.

Für die Forstwirtschaft ist derzeit und in Zukunft das Eschensterben ein großes Thema. Der Mitte der 2000er-Jahre eingeschleppte Schlauchpilz infiziert österreichweit die Eschenblätter und führt letztlich zum Absterben des gesamten Baumes. Die Esche ist mit 24 Millionen Festmeter der dritthäufigste Laubbaum in Österreich. Im Auwald habe man heuer wegen des Eschensterbens bereits größere Waldgebiete zum Schutz der im Wald arbeitenden Menschen und Besuchern aus Sicherheitsgründen sperren müssen, so Montecuccoli. Die abgestorbenen Eschen würden sehr leicht umstürzen. Derzeit forschen Wissenschafter an Pilz-resistenten Eschen.

Von der Politik wünschen sich die Land & Forst Betriebe Österreichs weniger Vorschriften und Regelungen, die ihre Erwerbstätigkeit einschränken. Zum Beispiel würden viele Forstbetriebe nicht zusätzliche Geschäftschancen erschließen, weil dann weitere komplizierte Auflagen für Gewerbebetriebe hinzukommen würden. Für Montecuccoli sollte es in Österreich nicht sieben Einkunftsarten geben, sondern nur Einkünfte aus selbstständiger oder unselbstständiger Arbeit und Kapitaleinkommen.

(APA)