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Medien

Diskussion über „Maulkorb“-Erlass für ORF-Information

Alexander WrabetzClemens Fabry

„Heute“ kritisiert ORF-interne Verhaltensregeln für Redakteure, „ZiB“-Anchor Armin Wolf kontert via Twitter.

Am Dienstag las man in der Gratiszeitung „Heute“ eine Medien-Schlagzeile: „Social-Media-,Maulkorb‘ für ORF-Mitarbeiter!“. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz habe den Mitarbeitern „10 Gebote“ für den richtigen Umgang in Social Media gegeben. Als Beispiele für Adressaten werden „ZiB 2“-Anchor Armin Wolf, Korrespondent Christian Schüller und Innenpolitik-Chef Hans Bürger genannt. Die „Krone“ sprang auf und zeigte online eine Fotomontage: Eine Stop-Tafel vor Armin Wolfs Mund.

Dieser fühlt sich aber offenbar gar nicht bevormundet und meldete sich via Twitter zu Wort. In seinem Tweet wunderte sich Wolf, dass die Boulevardmedien „die fünf Jahre alten Media-Guidelines des ORF-Redakteursrats entdeckt“ haben. Darin wird den Kollegen mit einer Auflistung diverser „No-Gos“ geraten, sich an eine auch für BBC-Journalisten im Umgang mit sozialen Netzwerken geltende generelle Regel zu halten: „Tue nichts Dummes!“.

"Vorsicht" bei Politik-Initiativen, Facebook-Freunden

Darin stehen auch Ratschläge wie „Bleibe höflich“ oder „Achte auf Deinen Ruf – und den des ORF“. Unter anderem werden Redakteure an den ORF-Verhaltenskodex erinnert, in dem steht: „Alle politischen und wirtschaftlichen Verquickungen, die geeignet sein könnten, Zweifel an der Unabhängigkeit aufkommen zu lassen, sind zu vermeiden“ – so sei etwa bei politischen Online-Initiativen ebenso „Vorsicht“ geboten wie bei der Auswahl der Facebook-Freunde. Dem Vernehmen nach soll eine aktualisierte Variante dieser Guidelines noch vor der Nationalratswahl schriftlich verteilt werden. (i. w.)