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Missbrauch: "Legionäre Christi" entschuldigen sich

Der Gründer der Legionäre Christi
(c) AP (PLINIO LEPRI)
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Der Gründer der Ordens soll sexuelle Beziehung mit Priester-Seminaristen und Frauen gehabt haben. Der Generalobere bat um Verzeihung und versprach, dass sein Orden künftig "demütiger" sein werde.

Der Generalobere des Ordens "Legionäre Christi", P. Alvaro Corcuera Martinez del Rio, hat sich bei den Opfern von Übergriffen des Ordensgründers Marcial Maciel Degollado (1920-2008) entschuldigt. Die Gemeinschaft nehme die Verfehlungen des Gründers "mit großem Schmerz" zur Kenntnis und bitte alle um Verzeihung, denen Leid zugefügt worden sei, sagte Corcuera laut Kathpress vom Mittwoch am Rande einer akademischen Veranstaltung in Rom.

Derzeit findet eine sogenannte apostolische Visitation (Untersuchung) der "Legionäre Christi" statt. Hintergrund sind sexuelle Verfehlungen des Gründers. Er soll einerseits Beziehungen mit jungen Seminaristen, aber auch mit Frauen unterhalten und dabei mehrere Kinder gezeugt haben.

"Demütigerer Orden"

P. Corcuera Martinez del Rio war am Dienstag auch mit Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone zu einer Unterredung zusammengekommen. Im Blick auf die Visitation der Ordenseinrichtungen durch vatikanische Ermittler sagte der Generalobere, der Prozess könne möglicherweise binnen dieses Jahres abgeschlossen werden.

Zur Zukunft des Ordens äußerte sich P. Corcuera Martinez del Rio zuversichtlich. "Wir sind sehr im Frieden, weil wir sicher sind, dass die Gnade Gottes uns begleitet", sagte der Priester. Am Ende der Untersuchungen werde "eine demütigere Kongregation" stehen, die anderen "mit einer großen Lauterkeit der Absicht, mit großer Güte und Barmherzigkeit dienen" könne, so der Generalobere.

Maciel bestritt Vorwürfe

Der Ordensgründer P. Maciel Degollado war im Februar 2008 im Alter von 87 Jahren in den USA gestorben. Ihm wurde seit 1997 vorgeworfen, junge Seminaristen missbraucht zu haben. Zudem soll er ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt haben. Das Kirchenrecht sieht dafür die automatische Exkommunikation vor, die nur vom Papst selbst gelöst werden kann. Maciel selbst bestritt die Vorwürfe.

Der Vatikan hat fünf Bischöfe mit der Untersuchung der Vorfälle betraut. Für die Einrichtungen der "Legionäre Christi" in Europa - mit Ausnahme Italiens - ist der spanische Bischof Ricardo Blazquez Perez von Bilbao zuständig. Weitere Visitatoren sind der US-amerikanische Erzbischof von Denver, Charles Chaput, der chilenische Erzbischof von Concepcion, Ricardo Ezzati Andrello, sowie der Bischof von Tepic in Mexiko, Ricardo Watty Urquidi, und der italienische Bischof von Alessandria, Giuseppe Versaldi.

(Ag.)