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Bauern wollen Donau anzapfen

Dürre im Marcheld: Wasser aus der Donau soll Abhilfe schaffen.APA/HANS PUNZ
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Die Landwirtschaftskammer will der Donau Wasser entnehmen, um das zunehmend von Dürre bedrohte Marchfeld zu bewässern. Geschätzte Kosten: eine Milliarde Euro.

Der Plan klingt kühn: Die Landwirtschaftskammer will der Donau Wasser entnehmen, um damit Obst- und Gemüseplantagen im Marchfeld bewässern - in einem Umkreis von 50 Kilometern. Die Kosten schätzt die Kammer auf rund eine Milliarde Euro.

So viel müsse es dem Steuerzahler wert sein, dass er weiter Gemüse aus Österreich kaufen kann. Denn die Hitze und Trockenheit, die heuer vor allem den Osten des Landes plagt, ist keine einmalige Wetterkapriole. Durch den Klimawandel dürften die Dürreperioden in den regenarmen Gebieten Weinviertel, Marchfeld und Nordburgenland zunehmen.

Der Stromerzeuger Verbund zeigt sich angesichts des Vorstoßes nicht besorgt. Aber: Jeder Kubikmeter Wasser weniger, bedeute weniger Stromerzeugung, sagte Verbund-Sprecher Florian Seidl im Ö1-"Mittagsjournal" am Dienstag. Man müsse zuerst darüber sprechen, wie viel und an welcher Stelle Wasser entnommen werden soll.

Vom Umweltministerium heißt es, dass es in Österreich sehr strenge Auflagen gibt. "Es wird auf jeden Fall sehr, sehr genau geprüft werden", betonte Ministeriumssprecherin Magdalena Rauscher-Weber im ORF-Radio.

Problem für Flusskraftwerke

In fünf Jahren könnten die ersten Pläne vorliegen, so Kammerpräsident Hermann Schultes am Dienstag im "Ö1 Morgenjournal". Zu klären sind zuvor etwa die Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Experten schätzen sie eher gering ein. Mehr Kopfzerbrechen bereiten die Donau-Flusskraftwerke, denen durch die Abzapfungen Wasser fehlen würde.

So revolutionär ist die Idee übrigens nicht: Schon der 1992 in Betrieb genommene Marchfeldkanal, der den Rußbach auf einer Strecke von 18 Kilometern mit Wasser aus der Donau flutet, dient als wichtiger Wasserlieferant für die Gemüsebauern im Marchfeld.

Die norditalienischen Bauern der Po-Ebene zapfen schon lange Flusswasser an - und stoßen nun an Grenzen. Erst vor wenigen Tagen haben die Regionen entlang des Po beschlossen, wegen der schweren Dürre die Wassermengen zu reduzieren, die für die Landwirtschaft aus Italiens längstem Fluss gepumpt werden.

(APA)