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"Hass hat keine zwei Seiten": Schwarzenegger rechnet mit Trump ab

Schwarzenegger hat schon länger eine Fehde mit dem US-Präsidenten.APA/AFP/ZAKARIA ABDELKAFI
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Der gebürtige Steirer fordert den Präsidenten in einer Videobotschaft auf, klar Stellung gegen Rassismus zu beziehen. Hass müsse wie ein Krebsgeschwür entfernt werden.

Arnold Schwarzenegger rechnet in einer Videobotschaft mit der uneindeutigen Haltung von US-Präsident Donald Trump zur rechtsextremen Gewalt in Charlottesville im Bundesstaat Virginia ab. Dort war bei einer Demonstration von Gruppen des rechten Randes am Samstag eine Frau ums Leben gekommen, als ein mutmaßlicher Neonazi sein Auto in die Gegendemonstranten steuerte.

"Fanatismus hat keine zwei Seiten. Hass hat kein zwei Seiten", sagt Schwarzenegger in seiner Stellungnahme. "Der einzige Weg, um die lauten, wütenden Stimmen des Hasses zu besiegen, ist es, ihnen mit noch lauteren, vernünftigeren Stimmen zu begegnen", erklärt der gebürtige Steirer, der schon seit Längerem eine öffentliche Fehde mit dem US-Präsidenten austrägt. "Das gilt auch für Sie, Präsident Trump."

Als Präsident der USA, "dieses großartigen Landes", habe Trump die moralische Verantwortung, eine eindeutige Botschaft zu senden, dass er Hass und Rassismus nicht unterstütze, richtet sich Schwarzenegger an seinen republikanischen Parteikollegen. Er wolle ihm helfen eine Rede zu verfassen: "In dem Land, das half, Hitlers Armee zu besiegen, ist kein Platz für Nazi-Flaggen", sagte Schwarzenegger in Anspielung an die Demonstranten, die zum Teil mit Hakenkreuz-Flaggen in Charlottesville aufmarschiert waren. "War das so schwer?", fragt Schwarzenegger nach seiner Beispielrede eine kleine Trump-Figur auf seinem Schreibtisch.

"Eure Helden sind Verlierer"

Auch für die Demonstranten selbst aber hat der Ex-Gouverneur von Kalifornien eine Botschaft: "Eure Helden sind Verlierer", wendet er sich an die Unterstützter rechtsextremer Bewegungen in den USA und verweist auf seine Geburt in Österreich. Er habe selbst Nazis kennengelernt. "Die Geister, die ihr idealisiert, lebten [nach Ende des Krieges, Anm.] den Rest ihres Lebens in Scham."

Es sei nie zu spät zu lernen, dass alle Menschen gleichwertig seien, meint der 70-Jährige. Er vergleicht Hass mit einem Krebsgeschwür: Wie einen Tumor müsse man ihn herausschneiden und alles versuchen, um ihn zu heilen.

Anstoß für die Kritikwelle ist der Schlingerkurs des US-Präsidenten zur Gewalt in Charlottesville. Trump hatte am Dienstag "beide Seiten" der Fehltritte beschuldigt - und damit eine klare Schuldzuweisung vermieden. Dafür erntete er im In- und Ausland heftige Kritik.

Am Freitag meldete sich die Mutter der Verstorbenen zu Wort. Sie wolle nicht mehr mit Trump sprechen. Er habe sich bis heute nicht gemeldet, sagte sie am Freitag im Sender ABC. Zunächst habe sie seinen Anruf vermisst, aber jetzt sei es zu spät. "Ich werde nicht mit dem Präsidenten sprechen. Tut mir leid."

(red.)