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Glück, Hoffnung und eine Ode an die heilige Cäcilia

Cecilia Bartoli
Cecilia Bartoli (Archivbild)APA/HERBERT NEUBAUER
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Kritik Barockmusik mit Cecilia Bartoli und Sol Gabetta im Musikverein.

Viel beschäftigt und erfolgreich sind sie beide: die argentinische Cellistin Sol Gabetta und Cecilia Bartoli, Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele und gefragte Mezzosopranistin in allen großen Opernhäusern. Gemeinsam wagten sie sich an ein Duell, aus dem beide als Siegerinnen hervorgehen: „Dolce Duello“ heißt ihr aktuelles Album mit Barockmusik von Gabrielli bis Boccherini. Auszüge daraus, dazu weitere Arien und Ouvertüren, präsentierten sie im Musikverein.

Wie der Name schon sagt, sind die Gegensätze hier das Programm. Von der Arie „Fortuna e speranza“ der von Glück und Hoffnung enttäuschten Emirena aus Antonio Caladaras „Nitocri“ war es nicht weit bis zu Händels Lobgesang auf die Musik in seiner Ode zum Tag der heiligen Cäcilia (sic!). Bartolis kräftige Stimme fügte sich geschmeidig der insgesamt intimen Atmosphäre, Gabetta hypnotisierte trotz rascher Linien mit ihrer ruhigen Spielart. Gar nicht kämpferisch, sondern einträchtig harmonierten die beiden auch mit der Capella Gabetta unter Leitung von Sol Gabettas Bruder Andrés. Das kleine Originalklangensemble überzeugte, abgesehen von den wohl schwer vermeidbaren Misstönen der Barockhörner, mit präzisem wie feinsinnigem Spiel.

Dass der hochinszenierte Abend nicht zur Revue verkam, ist auch den Orchestermusikern zu danken. Während rund um sie Lichter gedimmt wurden und grelle Scheinwerfer den Solistinnen in Rüschenröcken folgten, überraschten sie mit wohldosierten Pausen und glänzender Technik. Selbst die Hornisten konnten bei der Zugabe mit den feurigen Rhythmen von José de Nebras „Seguedillas y Fandango“ auf Kastagnetten versöhnen. (esa)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2017)